Seit Mitte Mai kann die neue Kaufprämie für Elektroautos bewilligt werden, rückwirkend für Käufe seit dem Januar 2026. Bis Anfang Oktober wurden laut dem zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 100.000 Anträge bewilligt. Doch die Nachfrage nach Elektroautos wächst deutlich schneller.
Elektroantrieb verdrängt zusehends Verbrenner
Von Januar bis September wurden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) mehr als 600.000 reine Elektroautos neu zugelassen. Das sind jetzt schon mehr als im gesamten Vorjahr. Allein im vergangenen Monat waren es mehr als 88.000 E-Autos. Mittlerweile beträgt ihr Anteil an den Neuzulassungen 34,5 Prozent, im Januar lag der Anteil noch bei 22 Prozent. Von Monat zu Monat stieg ihre Bedeutung bei den Neuzulassungen. Hinzu kommen dann noch seit Jahresbeginn rund 250.000 Plug-in-Hybride.
Die Nachfrage nach Verbrennern dagegen sinkt und sinkt. Im vergangenen Monat lag der Anteil von Benzinern laut KBA nur noch bei 17,4 Prozent, der von Diesel sogar nur noch bei neun Prozent. Wenn man dem nun gegenüberstellt, dass bisher 100.000 Autos gefördert wurden, kann man sagen, dass der Markt offensichtlich auch ohne diese Prämien sehr gut funktioniert. Die Elektroautos haben die Nische eindeutig verlassen und sind im Massenmarkt angekommen. Und das hat mehrere Gründe.
Der Erfolg der Elektromobilität hat viele Väter
Es gibt deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten: Ob Ober-, Mittel- oder Kompaktklasse oder vielleicht doch lieber ein Stadtflitzer – der Kunde kann zwischen Dutzenden Angeboten auswählen. Marktführer hierzulande ist nach wie vor der VW-Konzern mit seinen Marken: Skoda, Cupra, VW und Audi. Neben BMW und Mercedes sind aber auch die Modelle anderer ausländischer Konzerne stark gefragt, von Stellantis, Dacia, Renault, Kia und Hyundai. Zu Stellantis gehören die Marken Opel und Fiat. Und es drängen zunehmend chinesische Hersteller auf den Markt, allen voran BYD und MG, vor allem mit ihren Plug-in-Hybriden.
Mittlerweile ist in fast jeder Preisklasse etwas dabei. Die Listenpreise starten mit dem Dacia Spring bei 17.000 Euro. Entscheidend hierbei sind aber nicht allein die Preise, sondern der Preisunterschied zu vergleichbaren Verbrennern. Und auch hier sinkt der Abstand. So waren im September Elektroautos im Schnitt noch rund 2.100 Euro teurer als vergleichbare Verbrenner, wie das Center Automotive Research (CAR) berechnet hat. 2024 lag der Unterschied noch bei mehr als 7.300 Euro. Hinzu kommt, dass zeitgleich die Reichweiten mit einer Akkuladung mit jedem Modellwechsel besser werden.
Und auch die Elektro-Ladeinfrastruktur wird immer weiter ausgebaut. Mittlerweile gibt es laut Bundesnetzagentur mehr als 212.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, 156.000 normale und knapp 56.000 Schnelllader. Zum jüngsten Erfolg tragen sicherlich die hohen Spritpreise bei, die trotz der zum Teil hohen Energiekosten Elektroautos attraktiver machen. Und dann nicht zu vergessen die Kaufprämie – die hat hier sicher auch noch für zusätzlichen Schwung gesorgt.
Soziale Staffelung scheint zu funktionieren
Laut Bundesumweltministerium soll diese nicht nur den Markthochlauf der Elektromobilität in Deutschland beschleunigen, sondern auch dazu beitragen, die Verbreitung elektrisch betriebener Pkw in der Breite der Gesellschaft zu erhöhen und eine sozial ausgewogene Marktdurchdringung zu ermöglichen, wie es heißt. Je nach Haushaltseinkommen, Automodell und Haushaltsgröße sind zwischen 1.500 und 6.000 Euro möglich. Die volle Fördersumme – also 6.000 Euro – bekommen Haushalte, deren zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen unter 45.000 Euro liegt.
Laut Bundesumweltministerium hat rund die Hälfte der Antragstellenden ein Haushalts-Jahreseinkommen von maximal 45.000 Euro. Nach den Worten von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) wirkt deshalb die soziale Staffelung. Allerdings sollen laut dem Ministerium insbesondere Familien die Möglichkeit bekommen, sich erstmals ein Elektroauto kaufen zu können. Das scheint nicht so gut zu funktionieren. Denn laut der neuesten Statistik haben nur rund ein Drittel der Antragsteller, deren Förderung bewilligt wurde, Kinder (32.814 bewilligte Anträge).

