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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Sommer 2024 in Deutschland deutlich zu warm
Wissen

Sommer 2024 in Deutschland deutlich zu warm

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 30. August 2024 15:50
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Der meteorologische Sommer endet am 31. August – und nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Sommer 2024 in Deutschland deutlich zu warm. Nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen habe das Temperaturmittel mit 18,5 Grad um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 gelegen, so der DWD. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (17,6 Grad) betrug die Abweichung 0,9 Grad.

Inhaltsübersicht
Besonders warm im Süden und Osten Wasserarmut und Starkregen15 Prozent mehr Sommersonnenschein

In Summe sei der Sommer 2024 zwar kein neuer Rekordsommer, so der DWD, wohl aber „der 28. warme Sommer in Folge“, wobei der August eine „ungewöhnlich hohen Temperaturabweichung“ aufwies.

Besonders warm im Süden und Osten 

Der Sommer 2024 war aber auch geprägt von starker Wechselhaftigkeit: Zu Beginn hatte noch die „Schafskälte“ zugeschlagen. Am kältesten war es am 12. Juni in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb: frostige 1,4 Grad. Am 13. August wurde dann aber die bundesweit höchste Sommertemperatur dieses Jahres gemessen: in Bad Neuahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz hatte es 36,5 Grad. 

Die intensivste Sommerwärme erlebten der Süden und Osten: In den Tieflagen und Flusstälern Süddeutschlands und Sachsens wurden die meisten heißen Tage gezählt. Als Beispielstädte nennt der DWD Waghäusel-Kirrlach nahe Karlsruhe und Dresden. Dagegen wurde auf Helgoland kein einziger Sommertag registriert – das ist ein Tag mit einem Maximum von mindestens 25 Grad – und auch sonst schaute der Sommer an den Küsten nur kurzzeitig vorbei.

Wasserarmut und Starkregen

Der Niederschlag war in den Sommermonaten laut DWD absolut durchschnittlich. Mit 240 Litern pro Quadratmeter lag die Regenmenge in Summe auf dem Niveau beider Referenzperioden. „Doch diese Mittelwerte verbergen extreme regionale Unterschiede“, betonten die Meteorologen in ihrer Bilanz: Während in den Alpengebieten über 600 Liter gemessen wurden, blieben vor allem Teile des Nordostens mit weniger als 150 Litern sehr trocken. 

Was in den niederschlagsarmen Gebieten in drei Monaten fiel, registrierten einzelne Orte in wenigen Stunden: Am 1. August meldete das nordhessische Trendelburg 169,8 Liter pro Quadratmeter, während es am selben Tag in Nordhausen in Thüringen nur 114,9 Liter regnete. Raubling-Pfraundorf in Oberbayern verzeichnete am 3. Juni extreme 137 Liter. Im sächsischen Dippoldiswalde-Reinberg wurden am 18. August 106,7 Liter gemessen.

15 Prozent mehr Sommersonnenschein

Mit 712 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Sommer ihr Soll von 614 Stunden – verglichen mit der Periode 1961 bis 1990 – um fast 15 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die Abweichung plus neun Prozent. Mehr als 800 Stunden Sonnenschein gab es in Teilen Sachsens und Brandenburgs, während unmittelbar an den Alpen weniger als 600 Stunden erreicht wurden.

DWD-Meteorologe Marcus Beyer wies darauf hin, dass sich unsere Wahrnehmung, ob ein Sommer warm oder kalt ist, inzwischen verschoben habe. Was zwischen 1961 und 1990 noch als außergewöhnlich warm empfunden worden wäre, fühle sich heute gar nicht mehr so extrem warm an: „Denken wir aber noch ein paar Jahre in die Zukunft und überlegen, wie das fiktive Mittel 2021 bis 2050 mit dem fortschreitenden Klimawandel aussehen würde.“

Mit Informationen von dpa

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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