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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Haindling: Ein unermüdlicher Bastler wird 80
Kultur

Haindling: Ein unermüdlicher Bastler wird 80

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 28. Dezember 2024 08:49
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Einen wie ihn, findet man so schnell nicht wieder: Hans-Jürgen Buchner, alias Haindling, ist ein Mensch der ganz eigenen Art. Heute, am 27. Dezember, hat der vermutlich bekannteste niederbayerische Musiker Grund zum Feiern: Er wird 80 Jahre alt.

Inhaltsübersicht
Von Berlin nach GeiselhöringVaters Traum wurde nicht wahrHaindling ist Autodidakt und ein guter BeobachterImmer noch ein „Revoluzzer“Auftritte für Fans – und für sich selbst

Von Berlin nach Geiselhöring

Haindling, das ist eigentlich ein Dorf in der Gemeinde Geiselhöring im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Hier ist Buchner zu Hause und nach ihm hat er sich benannt – obschon der Musiker ursprünglich aus der Nähe von Berlin stammt. Zumindest ist er dort 1944 zur Welt gekommen.

Die Mutter zog bald nach der Geburt mit ihm nach Regensburg. Von dort kam sein Vater, ein Tierarzt. Die Jugend verbrachte Buchner im niederbayerischen Welchenberg bei Bogen. Mit vier Jahren brachte ihm seine Mutter das Klavierspielen bei. Nach Noten konnte er jedoch nie spielen.

Vaters Traum wurde nicht wahr

So wie der Vater, hätte auch er ursprünglich Tierarzt werden sollen – und so wurde Buchner nach Metten in Niederbayern in ein Internat gesteckt, damit aus dem Buben „etwas werde“. Während dieser Zeit brachte er es sich selbst bei, Trompete zu spielen. Jedoch fiel er im Internat bald auf, weil er rebellierte und wurde schließlich entlassen.

Zuletzt besuchte er das Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham, das er wegen schlechter Noten ebenfalls wieder verließ. Das war es dann auch mit der vom Vater erträumten Karriere als Tierarzt.

Haindling ist Autodidakt und ein guter Beobachter

Stattdessen wurde Buchner mit 21 Jahren, das war 1966, Keramikermeister – und besann sich auf seine eigentliche Bestimmung: „Ich bin sehr kontaktfreudig, aber eigentlich immer schon ein Einzelgänger gewesen und deshalb mach’ ich meine Musik in der Art und Weise, wie ich sie mach.“

Das Klavierspielen „musste“ er lernen. Aber all die anderen zahllosen Instrumente, die Saxophone, Trompeten, Posaunen, Krumm- und Wildtierhörner, Trommeln, Gongs, Zithern und Daumenklaviere und etliches mehr, hat er sich selbst beigebracht.

Buchner alias Haindling ist ein guter Beobachter. Er schaut genau hin. Betrachtet seine Umwelt, die Zeitläufe. Und diese Beobachtungen finden sich dann in seinen Texten. Er ist ein unermüdlicher Sprachspieler, ist ununterbrochen am Basteln und Erfinden.

Immer noch ein „Revoluzzer“

Er ist ein Virtuose, längst schon in der Hochkultur angekommen. War immer wieder Ehrengast beim Festival „Lieder auf Banz“, aber auch und noch immer präsent bei Friedensdemos, Ostermärschen, Anti-AKW-Kundgebungen. Er habe als Revoluzzer angefangen und das sei er heute noch. „Wenn ich eine Ehrung vom Staat kriege, dann kann ich nur sagen: Die sind stolz drauf, dass ich das ausspreche und wenn sie es nicht aussprechen, dann eben ich: Ich mache Politik auf der Bühne mit meinen Texten“, so Buchner.

Nach überstandener Krankheit und abgesagten Terminen im vergangenen Jahr war er 2024 mit seinem Programm „Es geht wieder auf“ unterwegs. Und auch im kommenden Jahr sind mehrere Konzerte geplant.

Auftritte für Fans – und für sich selbst

Mit den Konzerten wolle er nicht nur seinen Fans Freude bereiten, sondern auch seiner Band und natürlich sich selbst, hatte Haindling kürzlich der dpa erzählt. „Ich habe eine wunderbare Band. Die Musiker wollen auch unbedingt spielen.“ Da könne er nicht einfach sagen: „Jetzt ist Schluss.“ Und weiter: „Dann mach’ ich es halt noch einmal, praktisch auch für meine Musiker – das sind alles wahnsinnig gute Multiinstrumentalisten. Und mir tut es dann auch gut, dass wir das alles bieten können: meine Lieder, mit meinen Instrumenten und meiner Band. Das erfüllt mich mit Freude.“

Dass er jetzt 80 Jahre alt wird, könne er kaum glauben, so Buchner gegenüber der dpa. „Früher schien die 80 für mich unerreichbar, und jetzt werde ich 80 und mir geht es gut. Ich fühle mich noch zu jung für 80.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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