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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Wirtschaftliche Probleme wegen weniger Berufssprachkursen?
Wirtschaft

Wirtschaftliche Probleme wegen weniger Berufssprachkursen?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 25. April 2025 12:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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„Um Passiv zu bilden, brauchen wir das Hilfsverb ‚werden'“: Faina steht an einem Smartboard, vor ihr sitzen etwa 20 Menschen mit Migrationshintergrund. Als Sprachlehrerin unterrichtet die 31-Jährige Deutsch und soll dabei helfen, dass sich Geflüchtete im Alltag zurechtzufinden und einen Job finden.

Inhaltsübersicht
Drastische Kürzung wurde angekündigtKeine konkreten FinanzierungsangabenBerufssprachkurse „temporär ausgesetzt“Weniger Sprachkurse = Mehr Kosten für die UnternehmenBildungsträgern fehlt langfristige Planungssicherheit

Drastische Kürzung wurde angekündigt

Solche sogenannten Berufssprachkurse sind ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchgeführtes Angebot für die Integration in den Arbeitsmarkt. Die Teilnahme am Berufssprachkurs ist für Menschen mit geringem Einkommen kostenlos. Finanziert werden die Kurse aus dem Bundeshaushalt.

Doch bereits im vergangenen Jahr, also zu Zeiten der Ampel-Regierung, hatte der Haushaltsentwurf vorgesehen, die Gelder für Integrationskurse für das Jahr 2025 drastisch zu kürzen: Statt 1,1 Milliarden Euro sollten es mit 500 Millionen Euro weniger als die Hälfte sein. Bei den Bildungsträgern, die die Kurse anbieten, herrschte deshalb Unsicherheit.

Keine konkreten Finanzierungsangaben

Auch mit Antritt der neuen Regierung bleiben noch Fragen zur Finanzierung für die Kurse. Immerhin steht im neuen Koalitionsvertrag, dass Berufssprachkurse auf Dauer abgesichert werden, erklärt Regine Sgodda vom Bayerischen Volkshochschulverband auf BR24-Anfrage. „Das stimmt uns positiv.“

Konkrete Finanzzusagen stünden allerdings nicht im Koalitionsvertrag. Die gebe es für die Integrationskurse und Berufssprachkurse nur bis Sommer. „Was im zweiten Halbjahr ist, ist erst mal noch offen“, sagt Sgodda. „Wir haben jetzt noch keine Ansprechpartner in den Ministerien.“ Erst wenn diese benannt seien, könnten die Anbieter der Berufssprachkurse mit den entsprechenden Passagen aus dem Koalitionsvertrag auf die Ministerien zugehen und auch um Konkretisierung bitten. Aktuell befinde man sich noch auf Warteposition.

Berufssprachkurse „temporär ausgesetzt“

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg bestätigt auf BR24-Nachfrage, dass sich Arbeits- und Finanzministerium darauf geeinigt hätten, Berufssprachkurse im Jahr 2025 fortzuführen. Allerdings: „Die Bedingungen der vorläufigen Haushaltsführung setzen dabei Grenzen, die temporäre Einschränkungen und teilweise Priorisierungen erforderlich machen.“ Konkret bedeute das, dass aktuell ein Teil der Kurse „temporär ausgesetzt werden“ müsse.

Weniger Sprachkurse = Mehr Kosten für die Unternehmen

Wie wichtig Sprach- und Integrationskurse für den Arbeitsmarkt sind, bestätigt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf BR24-Anfrage. „Ein geringeres Angebot an Berufssprachkursen würde die Kosten für Unternehmen erhöhen, um die berufsspezifischen Sprachkenntnisse Geflüchteter zu fördern.“ Das wiederum könne die Bereitschaft von Unternehmen senken, Geflüchtete anzustellen, heißt es von dem Institut mit Sitz in Nürnberg.

Die Berufssprachkurse zahlten sich besonders für Geflüchtete mit Berufserfahrung aus. Bei einer Kürzung der Kursanzahl bestehe für diese Gruppe möglicherweise eine größere Gefahr, dass sie überqualifiziert wäre und schlechtere Jobaussichten hätte. Und wenn viele Geflüchtete langfristig im Niedriglohnsektor verbleiben und potenziell überqualifiziert tätig seien, wäre dies „sowohl auf individueller als auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene und vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels problematisch“.

Bildungsträgern fehlt langfristige Planungssicherheit

Auch wenn die Finanzierung der Kurse bis zum Sommer fix seien – „darüber hinaus können wir noch keine festen Kursplanungen, geschweige denn Kurszusagen oder Vertragsverlängerungen von Honorarkräften vornehmen“, erklärt Sgodda vom Bayerischen Volkshochschulverband. Bedeutet: „Sowohl die Teilnehmenden als auch die Lehrkräfte schweben ab Sommer in der Luft.“

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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