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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Kabarettpreis Scharfrichterbeil geht an Henning Schmidtke
Kultur

Kabarettpreis Scharfrichterbeil geht an Henning Schmidtke

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. Dezember 2024 09:49
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Vor 41 Jahren wurde das Scharfrichter-Beil, einer der wichtigsten Nachwuchspreise im Kabarett, erstmals vergeben. Aber so alt wie in diesem Jahr war das Teilnehmerfeld in Passau wohl noch nie. Vier der sechs Finalisten, die heuer antraten, waren damals bereits auf der Welt. Henning Schmidtke war sogar schon ein Teenager. Er ist Jahrgang 1970.

Inhaltsübersicht
Kleinstes und mittleres Beil für Strohriegl und WagnerWarum ist das Teilnehmerfeld so alt?Schreckt das Scharfrichterhaus die junge Generation ab?

Und der älteste im Wettbewerb zeigte auch die reifste Leistung. Ein Mann, ein Mikrophon. Klassische Stand-Up-Comedy. Hohe Pointen-Dichte, scharfer Verstand. Dafür gab’s zurecht das große Beil, sprich: den ersten Platz. Auf Rang zwei und drei dann die beiden jüngsten, Florian Strohriegl und Florian Wagner, beide eigentlich zwar auch nicht mehr im Newcomer-Alter, aber immerhin „erst“ Mitte Dreißig.

Kleinstes und mittleres Beil für Strohriegl und Wagner

Bei Strohriegl merkt man: Es handelt sich noch um die ersten Geh- und Steh-Versuche im Stand-Up. Das Potential aber ist erkennbar. Das kleinste Beil für ihn dürfte als Förderpreis zu verstehen sein.

Klavierkabarettist Florian Wagner dagegen – der Mann, der das mittlere Beil mit nach Hause nehmen durfte – macht schon seit 17 Jahren im Duo Ass-Dur Musikcomedy. In Passau trat er nun solo an, mit flinken Fingern und flotten Reimen die komplette Klaviatur von Klassik bis Rap beherrschend.

Warum ist das Teilnehmerfeld so alt?

Souveräner Auftritt. Aber eben auch: Dank jahrelanger Bühnenerfahrung. Bitte nicht falsch verstehen. Wir wollen hier nicht der Altersdiskriminierung das Wort reden. Aber man kann sich schon fragen, wie es kommt, dass der Altersdurchschnitt bei diesem Nachwuchs-Wettbewerb heuer bei fast 44 lag? Gibt’s keine jungen Talente?

Wohl schon. Beim Bayerischen Kabarettpreis zum Beispiel wurde vor einem Monat erst die fabelhafte Comedienne Ana Lucia als Senkrechtstarterin ausgezeichnet, 25 Jahre jung. Anders als Verena Richter, der einzigen Frau im Passauer Tableaux diesmal, wäre sie vermutlich nicht unter „ferner liefen“ gelandet. Wieso also verirren sich solche Talente nicht nach Passau? Möglicher Grund: Youtube, Instagram und Co.

Schreckt das Scharfrichterhaus die junge Generation ab?

Die neue Generation komischer Künstler braucht schlichtweg keine Wettbewerbe mehr, um sich einen Namen zu machen und ihr Publikum zu erreichen. Und vielleicht ist es ja auch der Ruf der „altehrwürdigen Kabarett-Institution“ Scharfrichterhaus, der die Jungen eher abschreckt als anzieht. Bitter fürs Beil! Aber damit nun: genug genörgelt.

„Es ist nicht alles so scheiße, wie Du denkst“ lautet der Titel des Programms von Hennig Schmidtke. Ein engagiertes Plädoyer für positives Denken in Zeiten, die nicht zwingend dazu einladen, und in einer Kunstform – dem Kabarett eben – die für gewöhnlich eher dem Kulturpessimismus zugeneigt ist. Bei Schmidtke dürfte es sich zwar um den ältesten Gewinner in der Geschichte des Scharfrichterbeils handeln. Sein Ansatz aber ist innovativ.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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