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Niemals geht man so ganz. Das scheint auch für die Deutsche Mark zu gelten. Denn obwohl die Währung in Deutschland schon zum 1. Januar 2002 durch den Euro als Zahlungsmittel ersetzt wurde, sind noch 12,1 Milliarden D-Mark im Umlauf. Nicht als wertloses Erinnerungsstück, sondern als reeller Wert. Denn die Bundesbank garantiert unbefristet, unbegrenzt und gebührenfrei den Umtausch in Euro mit einem festgesetzten Wechselkurs im Verhältnis 1,95583 zu 1.
Unbefristet? Eine bewusste Entscheidung
Alleine in Bayern wurden im vergangenen Jahr 9,63 Millionen Mark zur Bank gebracht und dafür 4,92 Millionen Euro zurückgegeben. Deutschlandweit waren es sogar knapp 53,1 Millionen D-Mark im Gegenwert von gut 27 Millionen Euro.
Diese Nachricht sorgte in der BR24-Community für einige Rückfragen und Diskussionen. So kommentierte User „Cpt. Labrador„: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum eine unbegrenzte Umtauschgarantie, die natürlich auch Kosten für die Allgemeinheit nach sich zieht, im Interesse einer Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes sein soll.“
Nicht alle Länder, in denen der Euro eine alte Währung ablöste, entschieden sich für eine unbefristete Umtauschdauer der alten Währung. In Italien endete die Umtauschfrist zum Beispiel schon 2011, in Frankreich 2012. Länder wie Österreich gehen den gleichen Weg wie Deutschland und haben keine Frist gesetzt.
Auf BR24-Anfrage stellt die Bundesbank klar: „Deutschland hat sich bewusst für die unbefristete Umtauschfrist entschieden, um das Vertrauen in die Währung zu wahren. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass die D‑Mark wertbeständig bleibt und Bürger keinen zeitlichen Umtauschdruck verspüren.“ Ferner sei die D-Mark im Ausland bis heute ein wichtiges Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel. „Dieses Vertrauen soll durch eine unbegrenzte Umtauschdauer erhalten bleiben.“
Das zeitlich unbegrenzte Umtauschangebot zu einem festen Kurs habe einen ganz konkreten Vorteil: Die Bundesbank sorge so dafür, dass die D-Mark nicht wertlos ist, auch wenn sie kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr ist. Die D-Mark ist so zwar nicht mehr im Supermarkt zu nutzen, kann aber als sichere Wertanlage verstanden werden.
Was kostet uns der Umtausch?
Zu den anfallenden, internen Kosten durch das dauerhafte Umtauschangebot erhebt die Bundesbank nach eigener Aussage keine Statistik und kann diese deshalb nicht konkret beziffern.
Verluste durch den Tausch von einer nicht mehr aktuellen Währung in eine aktuelle Währung entstehen in der Bilanz der Bank allerdings nicht, da noch zirkulierende D-Mark bereits als Verbindlichkeit hinterlegt sei. „Die Bundesbank erfüllt also lediglich die bereits bestehende Forderung der D-Mark-Inhaber. Der Umtausch bedeutet somit keinen Verlust, sondern eine Umwandlung von Zentralbankgeld aus alter in neue Währung.“ An der Summe des ausgegebenen Geldes durch die Bundesbank ändert sich dementsprechend nichts, nur die Währung ist eine andere.
DDR-Mark kann nicht getauscht werden
BR24-User „spunny“ stellte zudem noch folgende Frage: „Gelten eigentlich dieselben Regeln für die Ost-Mark der DDR?“
Hier ist die Antwort klar: „Andere deutsche Währungen, wie etwa die Reichsmark oder die Mark der DDR, sind vom Umtausch ausgeschlossen.“ Die Bundesbank verweist darauf, dass andere deutsche Währungen im Rahmen anderer Umtauschaktionen mit begrenzter Dauer umgetauscht werden konnten, die DDR-Mark zum Beispiel lediglich im Zuge der deutsch-deutschen Währungsunion 1990.
Die betroffenen Währungen verloren nach dem Fristrahmen ihre Gültigkeit und auch ihren Anspruch auf Umtausch. Eine zeitlich unbefristete Umtauschgarantie gelte nur für Bargeld, das von der Bundesbank oder der direkten Vorgängerin, der Bank deutscher Länder, ausgegeben wurde. Konkret: die D-Mark.
Wenn das Bargeld dann einmal eingetauscht ist, dann war es das auch final für die so beständige D-Mark: „Eingezogene DM-Banknoten und -Münzen werden von der Bundesbank nach der Entgegennahme fachgerecht vernichtet und entsorgt.“

