Bilder bestärken bestehende Haltungen
In den Kommentaren amüsieren sich viele Userinnen und User über die KI-generierten Videos. Manche erkennen, dass es sich um KI-Fakes handelt, es scheint ihnen jedoch egal zu sein. Etwa, weil sie die Haltung des Protests gegen ICE teilen. So schreibt eine Userin zur rasenden Oma: „Don’t even care, if this is AI. This is gold.“ Die Bilder scheinen also bereits bestehende Haltungen zu verstärken – diesen Effekt wollte sich möglicherweise auch das Weiße Haus zu Nutze machen.
Weißes Haus manipuliert Pressefoto
So verbreitete die US-Regierung zuletzt ein KI-manipuliertes Foto einer festgenommenen Aktivistin, einer Rechtsanwältin namens Levy Armstrong. Sie soll gemeinsam mit anderen in Minnesota Proteste gegen ICE organisiert haben. Die US-Regierung stellte die Frau auf dem manipulierten Foto weinend dar, obwohl sie in der Situation gar nicht geweint hatte, wie das Originalfoto zeigt.
Der Hergang lässt sich anhand einer Chronologie von AP nachvollziehen: So gab die Generalstaatsanwältin Pam Bondi die Verhaftung von Levy Armstrong um 9.28 Uhr Ortszeit in einem Beitrag auf X bekannt. Weniger als eine Stunde später, um 10.21 Uhr Ortszeit, veröffentlichte die Ministerin für innere Sicherheit, Kristi Noem, das Originalfoto von Levy Armstrong ebenfalls auf X. Das Weiße Haus teilte das manipulierte Bild dann um 10.54 Uhr Ortszeit.
Betrachtet man die Bilder nebeneinander, dann fällt auf, dass bestimmte Details identisch sind. Dies deutet darauf hin, dass es sich nicht um Fotos handelt, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden. So befindet sich beispielsweise die Kette, die die Person hinter der festgenommenen Levy Armstrong trägt, an derselben Stelle, ebenso wie die Lampen und die Umrisse der Fenster im Hintergrund.
Jordan Kushner, Anwalt von Levy Armstrong, sagte gegenüber US-Faktencheckern von AP, er sei bei der Festnahme seiner Mandantin dabei gewesen und erklärte, alle von der Regierung veröffentlichten Videos und Fotos, die Armstrong weinend zeigten, seien manipuliert. Seine Mandantin sei in dieser Situation ruhig und gelassen gewesen.
Auf Nachfrage von Medien dementierte das Weiße Haus die Bildmanipulation nicht, ein Sprecher wies jedoch die Kritik daran zurück.

