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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Petition fordert: Open-Source-Arbeit soll als Ehrenamt gelten
Netzwelt

Petition fordert: Open-Source-Arbeit soll als Ehrenamt gelten

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 10. Februar 2026 15:49
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Warum Open Source bisher durchs Raster fällt

Ob eine Tätigkeit steuerlich als Ehrenamt gilt, hängt in Deutschland an strengen Kriterien. Die sogenannte Übungsleiterpauschale von 3.300 Euro pro Jahr oder die Ehrenamtspauschale von 960 Euro setzen voraus, dass man im Dienst oder Auftrag einer begünstigten Einrichtung arbeitet – etwa eines gemeinnützigen Vereins.

Inhaltsübersicht
Warum Open Source bisher durchs Raster fällt„Wer macht’s denn sonst?“Unterstützung aus der Fachwelt

Genau hier liegt das Problem: Viele Open-Source-Projekte haben gar keine deutsche Trägerstruktur. Sie sind international organisiert, lose vernetzt, ohne Vereinsform. Und selbst wenn jemand einen Verein gründen wollte: Im Katalog der gemeinnützigen Zwecke nach Paragraf 52 der Abgabenordnung taucht Open Source schlicht nicht auf.

Dabei haben Sicherheitslücken in weit verbreiteter Open-Source-Software – wie die Fälle Heartbleed und Log4Shell – gezeigt, welche Risiken entstehen, wenn zentrale Projekte von überlasteten Freiwilligen abhängen.

„Wer macht’s denn sonst?“

Was das für die Betroffenen bedeutet, hat der BR-Podcast „Wild Wild Web“ dokumentiert. Einer der Gesprächspartner ist Christian Grobmeier, ein Open-Source-Entwickler aus Deutschland. Er hat unter anderem an Log4J mitgearbeitet – einem kleinen Programm, das in Millionen Servern weltweit steckt. Als 2021 eine Sicherheitslücke in Log4J entdeckt wurde, mussten er und eine Handvoll andere Freiwillige das Problem lösen.

Sein Fazit nach Jahren unbezahlter Arbeit: „Seit Jahrzehnten interessiert sich niemand für meine Arbeit. Ich sitze hier seit Ewigkeiten in meinem Keller, keiner guckt hier vorbei, keiner schickt mir Geld, alle wollen bloß meinen Code haben.“

Viele Maintainer können gar nicht einfach aufhören, selbst wenn sie wollten. „Wer macht’s denn sonst?“, fragt sich Grobmeier im Podcast. Er beschreibt ein Dilemma: Wer jahrelang ein Projekt betreut hat, von dem andere abhängen, fühlt sich verantwortlich – auch ohne Bezahlung, auch ohne Anerkennung.

Unterstützung aus der Fachwelt

Die Gesellschaft für Informatik, Deutschlands größter Fachverband für Informatikerinnen und Informatiker, hat sich hinter die Petition gestellt. Das Thema werde auch für die digitale Souveränität Deutschlands immer wichtiger, argumentieren die Unterstützer.

Die Petition wirft allerdings auch Fragen auf: Welche Arbeit genau soll zählen? Nur Code schreiben – oder auch Dokumentation, Community-Moderation, das Beantworten von Nutzeranfragen? Und welche Lizenzen gelten als „echt“ Open Source?

 

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Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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