450.000 Tickets werden für die zehn Konzerte der Backstreet Boys hintereinander in Düsseldorf verkauft. Die Band scheint ihre Anziehungskraft über die Jahre nicht verloren zu haben, denn die meisten Termine sind bereits ausverkauft. Das sah zu ihrer Gründungszeit noch ganz anders aus.
New Kids On The Block als Vorbild
Das Mastermind hinter den Backstreet Boys ist der Geschäftsmann Lou Pearlman. Er betrieb in den 90ern eine dubiose Fluggesellschaft und flog unter anderem auch Künstler und Musiker mit seiner Airline. Mit dabei waren unter anderem die Band New Kids on the Block. Deren Manager erzählte Pearlman, wie viel Geld sich mit einer Band im Musikbusiness verdienen lasse. Und für Pearlman war daraufhin klar, dass er eine eigene Band managen wolle.
1992 schaltet er eine Anzeige in einer lokalen Zeitung in Orlando und sucht nach möglichen Mitgliedern. Er veranstaltet Castings in einem seiner Flugzeughangar und stellt die Gruppe bestehend aus A.J. McLean, Howie Dorough und Nick Carter zusammen. Als Erweiterung stößt Kevin Richardson wenig später dazu, der schließlich auch seinen Cousin Brian Littrell mit in die Band holt. Am 20. April 1993 ist die Band damit komplett.
Durchbruch in Deutschland
In den USA will die Karriere der Backstreet Boys anfangs allerdings nicht wirklich Fahrt aufnehmen. Mittlerweile ist dort das Konzept der Boybands wieder out. Angesagt sind dafür Gangster-Rap oder Grunge. Der Gruppe gelingt es also nicht, auf dem Musikmarkt in den USA Fuß zu fassen. Man versucht es daraufhin mit einer anderen Taktik, nämlich die Band außerhalb von den USA zu platzieren. Am geeignetsten scheinen dafür Europa und besonders auch Deutschland zu sein. Zum einen sind hier Boybands noch voll im Trend. Außerdem hat man mit der Bravo oder dem Musikfernsehen Viva perfekte Plattformen, um die Band bei Teenagern bekannt zu machen. Dafür treten die Backstreet Boys auch in Schulen in Deutschland auf. Begleitet von Bravo TV spielen sie Überraschungskonzerte in diversen Schulen im Land.
Das funktioniert. Mit dem Song „I’ll Never Break Your Heart“ gelingt ihnen 1996 in Deutschland der Sprung in die Top 10. Getragen von dem Erfolg schafft die Band mit dem Song „Quit Playing Games“ dann auch den internationalen Durchbruch – auch in den USA.
„Wir werden euch für immer dankbar sein“
In ihrer Ankündigung für die Konzerte in Deutschland sagen die Backstreet Boys deshalb auch ganz bewusst: „Ihr habt erkannt, wer wir sind, noch bevor der Rest der Welt überhaupt wusste, dass es uns gibt. Dafür werden wir euch für immer dankbar sein.“ Die zehn Auftritte in Deutschland sind also kein Zufall, sondern werden eine Rückkehr zu den Wurzeln der Band sein. Und dass dafür schon die meisten Tickets verkauft wurden, zeigt, wie attraktiv der deutsche Markt für die gute alte 2000er-Nostalgie immer noch ist.
Bruch mit Pearlman
Während die Band Ende der 90er-Jahre auch international Erfolge feiert, bröckelt es hinter den Kulissen. Weil sie vermuten, dass sie nicht ausreichend an den finanziellen Gewinnen der Band beteiligt wurden, ziehen sie gegen ihren Gründer und Manager Lou Pearlman 1998 vor Gericht und handeln einen Vergleich aus.
Die genauen Details aus den Verträgen zwischen Pearlman und den Backstreet Boys sind nicht öffentlich, es gibt aber einzelne Infos: Von jedem Dollar, den die Band verdiente, bekam Pearlman 85 Prozent. Außerdem erklärte er sich zum sechsten Mitglied der Band und kassierte auch darüber noch einmal ab. Gleichzeitig geriet Pearlman auch mit der Band *NSYNC, an der er beteiligt war, in einen Rechtsstreit über die geschlossenen Verträge.
„Millenium“ als Höhepunkt
Aber auch ohne Pearlman bleiben die Backstreet Boys weiter erfolgreich. 1999 erscheint ihr drittes Album „Millennium“, das das erfolgreichste der Bandgeschichte wird. Songs wie „I Want It That Way“ und „Larger Than Life“ werden zu den größten Pop-Hits der Geschichte.

