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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Wolkenforschung: Was bedeuten Unsicherheiten in Klimamodellen?
Wissen

Wolkenforschung: Was bedeuten Unsicherheiten in Klimamodellen?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 22. August 2024 06:48
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Das Klimasystem der Erde ist komplex: Jede Änderung kann Auswirkungen haben und diese können dann auch wieder Folgen nach sich ziehen. Weil trotz zuverlässiger Klimamodelle eine exakte Vorhersage, wie sich das Klima in nächster Zeit verändern wird, nicht möglich ist, spricht man auch von „Unsicherheiten“ [externer Link]. Klimaforscher sagen beispielsweise, dass sie Wolken [externer Link] noch nicht ganz verstanden haben.

Inhaltsübersicht
Welche Effekte Wolken für das Klima habenKlimaforscherin: „Wolken werden uns nicht retten“Folgen des Klimawandels: Unsicherheiten bei der VerteilungMenschen als Verursacher

Aber kann es wirklich sein, dass Wolken einen so großen Einfluss haben? Und: Ist es möglich, dass sich das Klima kaum erwärmt und das mit dem CO2 eigentlich kein Problem ist, wie einige Leugner des Klimawandels behaupten? Was bedeutet der Begriff „Unsicherheiten“ genau?

Welche Effekte Wolken für das Klima haben

Zwei Effekte von Wolken spielen auch für das Klima eine wichtige Rolle: Tagsüber ist es unter blauem Himmel wärmer als unter Wolken. Nachts hingegen hält eine Wolkendecke die Wärme auf der Erde zurück. „Was man sagen kann, auch von Satellitenbeobachtungen, ist, dass alle Wolken über dem Globus zusammen betrachtet einen sehr starken Kühlungseffekt haben, netto“, erklärt Klimaforscherin Raphaela Vogel von der Universität Hamburg.

Aber: Bleibt das auch so? Es gab beispielsweise mal die Annahme, dass es durch die globale Erwärmung weniger der klassischen Schönwetterwolken gibt – also weniger Schatten. „Für diesen einen Prozess, diesen einen Wolkentyp, konnten wir zeigen, dass gerade die Klimamodelle, die eine sehr starke Erwärmung vorhersagen, in diesem Punkt falsch sind“, so Klimaforscherin Vogel.

Klimaforscherin: „Wolken werden uns nicht retten“

Zu solchen neuen Erkenntnissen kommt die Klimaforschung unter anderem durch Satellitenbeobachtungen, die zeigen, wie sich Wolken verändern, wenn es wärmer wird. Mit diesen Daten haben die Forscher am Computer weitere Entwicklungen simuliert, die zeigen: „Ein Szenario, wo sich plötzlich viel mehr Wolken über den Ozeanen bilden würden, die dann eben schön alle Sonnenstrahlen reflektieren und die Erde abkühlen – so ein Szenario ist komplett unrealistisch. Die Fortschritte, die wir in den letzten zehn, 20 Jahren in der Wolkenforschung gemacht haben, die zeigen, dass die Wolken uns nicht retten werden“, erläutert Vogel. Insgesamt würden sich die Wolken durch die globale Erwärmung nicht so stark verändern, wie man in den 1990er-Jahren noch dachte.

In der aktuellen Forschung, nicht nur zu Wolken, geht es um die Folgen der Erwärmung. Denn: „Was wir genau wissen, ist: Die beobachtete Erwärmung ist auf den Menschen zurückzuführen. Punkt. Da gibt’s keinen Zweifel mehr“, sagt Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Folgen des Klimawandels: Unsicherheiten bei der Verteilung

Nicht völlig geklärt seien hingegen sämtliche Auswirkungen dieser Erwärmung. „Da ist fast nichts mehr einfach, kann man sagen. Es ist nicht so, als ob da nichts davon verstanden wäre. Zum Beispiel, dass der Meeresspiegel als Folge der Erwärmung ansteigt, ist auch ein wissenschaftliches Faktum. Um wie viel und wie die Verteilung ist, ist eine andere Frage“, so Marotzke weiter. Es geht in der aktuellen Forschung also um Details bei den Auswirkungen dieser Erwärmung – auf Gletscher, den Meeresspiegel und das Wetter. Und nicht um die Frage, ob der Mensch die Atmosphäre erwärmt.

Menschen als Verursacher

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das Pariser Klimaabkommen gegeben hätte, wenn dieser Nachweis vorher nicht erfolgt wäre. Denn die Regierungen mussten akzeptieren: Wir, die Menschen, haben es verursacht. Ansonsten wäre kein Beschluss gefasst worden“, sagt Klimaforscher Jochem Marotzke. Dass die politischen und wirtschaftlichen Reaktionen darauf unzureichend sind, sei eine ganz andere Frage.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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