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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Früher Schulschluss vor den Ferien: Balanceakt für Eltern
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Früher Schulschluss vor den Ferien: Balanceakt für Eltern

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 24. Juli 2025 13:50
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Der Schulmanager ploppt auf dem Handy mit einer Nachricht von der Schule auf: Eine Unterrichtsstunde fällt wieder aus. Dann müssen die Kinder noch zum Wandertag gefahren werden. Und an dem Nachmittagstermin, an dem seit drei Monaten die neue Zahnspange geplant ist, fällt kurzfristig eine Schulaufführung, zu der dann auch die Eltern kommen sollen.

Inhaltsübersicht
Schulen müssen kommunizierte Unterrichtszeiten einhaltenLehrerverband sieht Personalmangel als Grund für SchulausfallFamilien wünschen sich verlässliche Planbarkeit

Michaela Wilhelm aus Gaimersheim ist Mutter von vier Kindern – und die Wochen vor den Sommerferien sind ein einziger Balanceakt. „Jeder Tag ist ein bisschen wie eine Wundertüte. Jetzt ist auch Projektwoche, das heißt, die Schule ist um 12.15 Uhr aus – oder in der letzten Woche ist immer um 11.20 Uhr aus, statt um 13 Uhr“, sagt sie. „Da fehlen dann plötzlich mal zwei Stunden für die Eltern, die dann schauen müssen: Wie bringe ich mein Kind in der Zeit unter?“ Die Vor-Ferienzeit sorgt bei vielen Familien für Planungschaos und Ärger – doch müssten die Kinder nicht eigentlich bis 13 Uhr an der Schule betreut werden?

Schulen müssen kommunizierte Unterrichtszeiten einhalten

Vor den Ferien kommt an Schulen oft viel zusammen: Notenschluss, Projektwochen, Konferenzen, viele Krankheitsfälle beim Lehrpersonal. Dadurch kommen auch die vielen Änderungen zustande. Das Bayerische Kultusministerium schreibt auf Anfrage: „Die zu Beginn des Schuljahres kommunizierten Unterrichtszeiten gelten grundsätzlich über das gesamte Schuljahr hinweg und sowohl Eltern als auch Kinder müssen sich darauf verlassen können, dass der Unterricht gemäß Stundenplan erteilt wird.“ Es heißt dann weiter: „Dies gilt auch für die letzten Wochen und Tage des Schuljahres.“

Doch viele Familien beklagen sich, dass sie sich gerade nicht verlassen können und dass vieles kurzfristig geändert werde. Das Kultusministerium sieht dabei die Schule in der Pflicht und schreibt: „Sollte der Unterricht an einzelnen Tagen ausnahmsweise und aus zwingenden Gründen vorzeitig enden, liegt es in der Verantwortung der Schule, die Aufsicht und Betreuung der betroffenen Schülerinnen und Schüler bis zum regulären Unterrichtsende sicherzustellen.“ Grundschulkinder dürfen demnach nicht einfach früher nach Hause geschickt werden.

Lehrerverband sieht Personalmangel als Grund für Schulausfall

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband, will mit dem Vorurteil aufräumen, dass Lehrpersonal „früher Ferien machen will“ und dass deshalb die Schule so früh enden würde. „Wir haben im Grund-, Mittel- und Förderschulbereich seit etwa sechs Jahren eklatanten Lehrermangel und stehen das alle durch.“

Auch sie betont, dass Kinder nicht einfach nach Hause geschickt werden dürfen. „Wir haben die Verantwortung, die Kinder in der Grundschule so lange zu beschulen, wie es auf dem Stundenplan steht.“ Wenn dann doch Unterricht ausfällt, müsse das kommuniziert werden: „Ich kündige einen früheren Schulschluss meistens digital den Eltern frühzeitig an.“ Abgesehen von kurzfristigem Schulausfall, können frühere Unterrichtszeiten auch am Freitag für die kommende Woche angekündigt werden. Von Seiten der Schule ist das verlässlich, für viele Eltern zu kurzfristig.

Familien wünschen sich verlässliche Planbarkeit

Wenn beide Elternteile berufstätig sind, oder eines alleinerziehend, ist das oft ohne Unterstützung nicht zu schaffen. Florian Eschstruth vom Bayerischen Elternverband blickt generell besorgt auf die Betreuungssituation: „Wenn die Betreuungszeiten kürzer werden oder keine Betreuungszeiten angeboten werden, ich spreche jetzt vor allem für jüngere Kinder, dann können die Eltern nicht so arbeiten, wie sie arbeiten wollen.“

Viele Familien würden vor größeren finanziellen Herausforderungen stehen, wo einfach beide mehr arbeiten müssen. Es brauche mehr Personal, aber auch Strategien der Kommunen, um den Ausbau voranzutreiben. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bei Grundschulkindern soll im kommenden Jahr in Kraft treten und auch da ist noch nicht sicher, ob alle Kommunen das bis dahin schaffen.

Die Vierfachmutter Michaela Wilhelm wünscht sich vor allem mehr Planbarkeit – besonders bei den Uhrzeiten. „Diese typische Mama-Logistik, dass man sagt: Es ist jetzt egal, ob das Kind in der Schule ist oder ob es einen Wandertag hat, es kommt um 13 Uhr. Ich wünsche mir, dass diese Verlässlichkeit einfach für uns Eltern da ist.“ Doch wenn die Zeit vor den Ferien erstmal geschafft ist, dann kommen die richtigen Ferien – und auch da muss die Betreuung für sechs Wochen organisiert sein.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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