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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Streit um neues „Snake“-Spiel: Soll die Regierung Games fördern?
Netzwelt

Streit um neues „Snake“-Spiel: Soll die Regierung Games fördern?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 29. August 2024 09:16
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Ist die Kritik gerechtfertigt?

In einem Statement äußert sich der Entwickler des Spiels, das Karlsruher Videospiel-Studio kr3m, zu den Vorwürfen. Das Spiel, so der Entwickler, sei weit mehr als ein „Snake-Klon“, sondern ein komplexes Multiplayer-Spiel. Ein Budget von 360.000 Euro sei dafür üblich, nur die Hälfte davon werde von der Regierung gefördert. Zudem seien die Bilder veraltet – dabei handele es sich nur um erste Skizzen. Das fertige Spiel werde anders aussehen.

Inhaltsübersicht
Ist die Kritik gerechtfertigt?Sollte die Regierung Videospiele fördern?Erfolgsgarant oder Missbrauchsgefahr?

Auch der Bayreuther Spieleentwickler und Unternehmer Paul Redetzky schlägt sich auf die Seite von „Modern Snake“. „Die gesamte Kritik ist komplett an den Haaren herbeigezogen“, meint er im Gespräch mit BR24. „Denn das Spiel ist noch nicht veröffentlicht. Keiner weiß, wie es eigentlich aussieht, und keiner weiß, was genau die Inhalte sind.“

Sollte die Regierung Videospiele fördern?

Die Förderung von Videospielen durch die Politik wird in Deutschland und Bayern immer wieder heiß diskutiert. Im Jahr 2024 umfasst der Fördertopf für Computerspiele durch das Bundeswirtschaftsministerium rund 50 Millionen Euro.

Ziel der Förderungen ist es, Deutschland als Games-Standort attraktiver zu machen. Denn hier befindet sich Deutschland in einem internationalen Wettbewerb. In einigen Ländern, darunter Kanada und Frankreich, wird die Entwicklung von Videospielen mit Steuervorteilen gefördert. In Deutschland gibt es Steuervorteile dieser Art nicht – dafür stellen Bund und Bundesländer Fördergelder zur Verfügung, auf die sich die Hersteller von Videospielen bewerben können. Diese sind jedoch an strenge Bedingungen gebunden. Beispielsweise müssen Spieleentwickler für eine Förderung mindestens 50 Prozent des Budgets aus anderen Quellen stemmen.

Erfolgsgarant oder Missbrauchsgefahr?

Spieleentwickler Paul Redetzky hält die Förderungen seiner Branche für dringend notwendig – auch im Wettbewerb mit dem Ausland: „Es ist schon so, dass die Förderung mittlerweile auch ein paar international erfolgreiche Spiele hervorgebracht hat, von denen auch viele Leute dann überrascht sind, dass die überhaupt aus Deutschland kommen.“ Dazu gehörten etwa das Strategiespiel „Shapez 2“ und der Weltraum-Shooter „Everspace 2“.

Dennoch, so Redetzky, könne es bei der Förderung gelegentlich zu „Mitnahme-Effekten“ kommen: Bei diesen bewerben sich Unternehmen um Förderungen für Spiele, die sie eigentlich auch aus eigener Kraft stemmen könnten. Auch die Gefahr von Missbrauch besteht zumindest theoretisch: „Es gibt sicherlich schwarze Schafe.“

Ob jedoch ausgerechnet „Modern Snake“ Kritik verdient hat, wird sich erst zeigen, wenn das Spiel auch tatsächlich verfügbar ist.

 

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Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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