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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Kurios: Verletzte Rippenquallen verschmelzen zu einem Tier
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Kurios: Verletzte Rippenquallen verschmelzen zu einem Tier

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 9. Oktober 2024 14:54
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Aus zwei Tieren wird über Nacht eins. Das kann funktionieren. Zumindest bei der Mnemiopsis leidyi (auf Deutsch: Meereswalnuss), einer bestimmten Art der Rippenqualle, tut es das, wie Forscher jetzt beobachten konnten. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rippenquallen möglicherweise kein System zur Allorekognition besitzen, also zur Fähigkeit, zwischen sich selbst und anderen zu unterscheiden“, sagt Kei Jokura, Biologe an der University of Exeter in Großbritannien und Co-Autor der jetzt veröffentlichten Studie (externer Link).

Inhaltsübersicht
Verschmelzende Rippenquallen – eine Erkenntnis aus dem LaborRippenquallen: Auch Nervensystem und Verdauungstrakt verschmilztRippenquallen: Fusionstechnik noch unklar

Verschmelzende Rippenquallen – eine Erkenntnis aus dem Labor

Dass diese Rippenquallen bei einer Verletzung verschmelzen, haben die Forscher um Jokura bei einer in einem Meereswassertank im Labor gehaltenen Population eher zufällig entdeckt. Sie bemerkten dort ein ungewöhnlich großes Tier, das zwei Hinterteile und zwei Sinnesorgane zu haben schien. Sie fragten sich, ob dieses ungewöhnliche Individuum aus der Verschmelzung zweier verletzter Rippenquallen entstanden war.

Um das herauszufinden, entfernten die Wissenschaftler Teillappen von anderen Rippenquallen und platzierten sie paarweise dicht beieinander. Und tatsächlich stellte sich heraus: In neun von zehn Fällen verschmolzen die verletzten Tiere zu einem einzigen und überlebten mindestens drei Wochen.

Rippenquallen: Auch Nervensystem und Verdauungstrakt verschmilzt

Außerdem konnten die Forscher zeigen: Wenn sie an einem Lappen der Rippenquallen herumstocherten, reagierte der gesamte verschmolzene Körper mit einer ausgeprägten Schreckreaktion. Dies deutet daraufhin, dass auch das Nervensystem der Tiere miteinander verschmolzen war, heißt es in einer zur Studie veröffentlichten Mitteilung (externer Link). Bereits nach zwei Stunden waren 95 Prozent der Muskelkontraktionen des verschmolzenen Tieres völlig synchron, so die Forscher.

Auch bei Untersuchungen des Verdauungstraktes konnten die Wissenschaftler eine Verschmelzung feststellen: Wenn in einem der Mundöffnungen fluoreszenzmarkierte Salinengarnelen verschluckt wurden, arbeiteten sich die Futterpartikel durch den verschmolzenen Kanal. Die Abfallprodukte stieß die verschmolzene Rippenqualle aus beiden verbliebenen Aftern – wenn auch nicht gleichzeitig – aus.

Rippenquallen: Fusionstechnik noch unklar

Wie zwei Rippenquallen nach nur einer einzigen Nacht nahtlos zu einem Tier verschmelzen, ist im Detail noch unklar, sagen die Forscher. Weitere Studien auf diesem Gebiet könnten die Verständnislücken schließen und möglicherweise die Regenerationsforschung voranbringen, so die Wissenschaftler.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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