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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Neue Schokolade soll gesünder und umweltfreundlicher sein
Wissen

Neue Schokolade soll gesünder und umweltfreundlicher sein

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2024 09:03
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Eine nachhaltigere und zugleich etwa gesündere Schokolade haben Forscher aus Zürich nach eigenen Angaben entwickelt. Sie nutzten dazu neben den Kakaobohnen noch zusätzliche Teile der Kakaofrucht, die zum Teil als Süßmittel dienen.

Inhaltsübersicht
Mehr Ballaststoffe und weniger gesättigte FettsäurenAndere Teile der Schote wie Fruchtfleisch oder SchaleAm Ende bleibt nur die Schale übrigGesamte Herstellung müsste umgestellt werden

Mehr Ballaststoffe und weniger gesättigte Fettsäuren

„Unser Prozess verwendet ausschließlich Kakaoschoten-Komponenten in der Schokolade“, berichtet das Team um Kim Mishra von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) im Journal „Nature Food“. „Sie hat einen ähnlich süßen Geschmack wie herkömmliche Schokolade und bietet gleichzeitig einen besseren Nährwert mit mehr Ballaststoffen und einem geringeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren.“

Zudem könne die Herstellung dieser Schokolade „in großem Maßstab den Flächenverbrauch und das Erderwärmungspotenzial im Vergleich zur durchschnittlichen europäischen Zartbitterschokoladenproduktion verringern“, heißt es.

Andere Teile der Schote wie Fruchtfleisch oder Schale

Da die Kakaobohnen nur einen recht kleinen Anteil der Frucht ausmache, seien die nötige Landfläche und damit die Treibhausgasemissionen durch die Umwandlung von ursprünglicher tropischer Vegetation pro Bohne meistens hoch. „Daher könnte eine erhöhte Nutzung anderer Teile der Kakaoschote wie das Fruchtfleisch und die Kakaoschale nicht nur zur Einkommensdiversifizierung der Landwirte beitragen, sondern auch die großen Umweltauswirkungen während der Anbauphase reduzieren“, schreiben die Forscher.

Die längliche Kakaofrucht – auch Kakaoschote genannt – hat eine harte äußere Schicht. Schneidet man die Frucht auf, sieht man die Schale und im Inneren die aneinandergereihten Kakaobohnen, die jeweils von hellem Fruchtfleisch (Pulpe) umgeben sind.

Am Ende bleibt nur die Schale übrig

Bei dem neuen Verfahren wurden die Kakaobohnen aus Ghana wie üblich geröstet, geschält, gemahlen und sterilisiert, wodurch die Kakaomasse entstand. Das Team nutzte nun noch den inneren Teil der Kakaofruchtschale und verarbeitete ihn zu einem Pulver. Dies vermengte es mit einem Teil des Fruchtfleisches zu einem süßen Gelee. Dieses ersetzte in der neuen Schokolade den normalerweise zugefügten Kristallzucker. Trotz der zusätzlichen Verarbeitung ist diese Schokoladenrezeptur nach Autorenangaben im Durchschnitt umweltfreundlicher als die herkömmliche.

Die Kleinbauern könnten mit der neuen Schokolade weitere Bestandteile der Frucht vermarkten und so zusätzliches Einkommen gewinnen, schreiben die Forscher. Es bleibe nur noch die äußere Fruchtschale übrig, die nach ETH-Angaben traditionell vor allem als Brennmaterial verwendet oder kompostiert wird.

Gesamte Herstellung müsste umgestellt werden

Bis man die Schokolade kaufen kann, wird es noch einige Zeit dauern. „Wir haben zwar gezeigt, dass unsere Schokolade attraktiv und sensorisch vergleichbar ist“, sagt Mishra. „Doch nun muss erst einmal die gesamte Wertschöpfungskette vervollständigt werden, angefangen bei den Kakaobauern, die Trocknungsanlagen benötigen. Erst wenn vom Lebensmittel verarbeitenden Betrieb genug Pulver hergestellt wird, kann die Kakaofruchtschokolade in größerem Maßstab durch einen Schokoladenproduzenten hergestellt und vermarktet werden.“ Immerhin hat die ETH die Rezeptur für die Kakaofruchtschokolade zum Patent angemeldet.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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