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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Riecht nach Kerosin“: Russen verlieren Vertrauen in Zentralbank
Kultur

„Riecht nach Kerosin“: Russen verlieren Vertrauen in Zentralbank

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 15. Januar 2025 10:49
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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In russischen Blättern versuchten Wirtschaftsexperten die Leser zu beruhigen, was allerdings nicht so recht funktionierte: „Sofort alles Geld abheben“, forderte ein Leser der St. Petersburger Zeitung „Fontanka“. Ein anderer warnte mit Blick auf die russische Elite: „Sie alle sind generell Fachleute für grobe Rechtsverstöße.“ Es gab auch konkrete Empfehlungen: „Wenn Sie über ausreichende Ersparnisse verfügen, kaufen Sie Immobilien. Wer mittelgroße hat, greife zu Goldbarren. Wer kleine Beträge hat, setzt auf Eintopf und Nudeln. Und wer nichts hat, der bete.“

Inhaltsübersicht
„Sonst funktioniert das Wunder nicht“„Frage ist nur, mit welcher Begründung das geschieht“

Demnächst werde Russland wohl auf „Quinoa und Brennnesseln“ angewiesen sein, hieß es: „Wenn sie selbst anfangen, über das Einfrieren zu sprechen, dann riecht es nach Kerosin. Jetzt werden sie die Konten bestimmt einfrieren. Auch bei den Renten haben sie geschworen, dass sie diese niemals absenken würden. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.“

„Sonst funktioniert das Wunder nicht“

Ein Telegram-Kanal mit 340.000 Fans wollte erfahren haben, dass geplant sei, weiterhin Beträge bis zu umgerechnet rund 14.000 Euro auszuzahlen, größere Summen jedoch zu blockieren: „Der Vorteil eines solchen Szenarios gegenüber einem kompletten Einfrieren der Einlagen besteht darin, dass es die Zahl der Unzufriedenen verringert und eine Massenpanik unter den Einlegern verhindert.“ Einer der populären Blogger scherzte, wenn alle weniger Geld hätten, würden ja auch die Preise sinken: „So gesehen hat das Einfrieren von Einlagen viele Vorteile. Hauptsache, es wird jedem etwas weggenommen, sonst funktioniert das Wunder nicht.“

Weitere Unruhe hatte eine Analyse des US-Bankenexperten Craig Kennedy ausgelöst, der auf eine bisher wenig beachtete Verordnung von Putin verwiesen hatte, wonach die russischen Banken gezwungen sind, der Rüstungswirtschaft stark vergünstigte Kredite zu gewähren. Der entsprechende Betrag der „Schattenfinanzierung“ des Krieges sei auf umgerechnet 415 Milliarden US-Dollar angewachsen, weshalb eine Destabilisierung des Systems drohe. Allerdings bezweifelte Sergei Alexaschenko, ehemals stellvertretender Chef der russischen Zentralbank, diese Zahl in einem längeren Beitrag für die in Amsterdam erscheinende „Moscow Times“ und kam zum Fazit: „Eine massenhafte Abschreibung von Krediten hat es in Russland schon lange nicht mehr gegeben.“

„Frage ist nur, mit welcher Begründung das geschieht“

„Die Druckerpresse qualmt“, schrieb einer der maßgeblichen Telegram-Kanäle mit Blick auf Kennedys Expertise: „Diese Ausgaben wurden zu einem der wichtigsten Faktoren für die Inflation – und nicht etwa, dass die Russen anfingen, mehr Fleisch oder Butter zu essen [wie Putin behauptete]. Beachten wir, dass die erhöhte Schuldenlast der Rüstungswirtschaft diese bald in den Bankrott führen wird. Sie werden ihre Schulden nicht mehr bedienen können, sobald der Haushalt die Mittel kürzt. Und dann drohen entweder die Verstaatlichung der Verluste oder die Schließung von Unternehmen.“

Blogger Anatoli Nesmijan hielt die Kontensperrung für „durchaus relevant“ und schrieb: „Die Frage ist nur, mit welcher Begründung das geschieht und was genau die Propagandisten sagen werden, wenn sie an die Pflicht der Bürger appellieren, das Land in schwierigen Zeiten zu unterstützen.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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