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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Söder: Handyverbot an Schulen bis einschließlich Klasse 7
Wissen

Söder: Handyverbot an Schulen bis einschließlich Klasse 7

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 23. September 2025 16:50
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Dieser Artikel wird laufend fortgeschrieben und aktualisiert.

Inhaltsübersicht
Weiterführende Schulen entscheiden bisher selbstLehrerverband: Kann man gut nachvollziehenTeilzeit für Beamte wird eingeschränktMinisterin: „Setze auf Dialog“

An den bayerischen Schulen sollen Kinder und Jugendliche künftig grundsätzlich erst ab der 8. Klasse ihr Handy privat benutzen dürfen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte bei der CSU-Fraktionsklausur im oberfränkischen Kloster Banz an, das Handyverbot von Grundschulen auf die Unterstufe an weiterführenden Schulen und somit bis zur 7. Klasse auszuweiten.

Es habe seit längerer Zeit aus dem pädagogischen Bereich, von Teilen der Elternschaft und der Bevölkerung den „zwingenden Wunsch“ gegeben, bei Mobiltelefonen „eine gewisse Ordnungsstruktur zu haben“. An vielen Stellen sei das bereits so geregelt. „Wir machen es jetzt aber allgemein mit der Unterstufe“, betonte der Ministerpräsident. Zu Hause seien Kinder im Umgang mit dem Handy ja völlig frei, „aber eben nicht im Unterricht oder in den Altersstufen in der Pause“.

Weiterführende Schulen entscheiden bisher selbst

Aktuell schließt das bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz eine private Handynutzung an Grundschulen und Grundschulstufen an Förderschulen grundsätzlich aus. An weiterführenden Schulen entscheiden laut Kultusministerium die Schulen selbst „im engen Dialog mit der Schulgemeinschaft vor Ort, ob und in welcher Form sie die private Handynutzung außerhalb des Unterrichts erlauben“. Gibt es an einer Schule keine eigene Nutzungsordnung, gilt grundsätzlich ein Handyverbot.

Im Unterricht und bei sonstigen Schulveranstaltungen darf das Smartphone verwendet werden, soweit es die Aufsicht führende Person gestattet. Bei unzulässiger Verwendung kann das digitale Endgerät laut Gesetz „vorübergehend einbehalten werden“.

Erst im Juni hatte Söder bekannt gegeben, dass im Freistaat Schülerinnen und Schüler künftig erst ab der 8. Klasse mit mobilen Endgeräten ausgestattet werden sollen, statt schon ab der 5. Jahrgangsstufe. In ihrem Koalitionsvertrag hatten CSU und Freie Wähler vereinbart, bis spätestens 2028 „sukzessive alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse mit digitalen Endgeräten“ auszustatten.

Lehrerverband: Kann man gut nachvollziehen

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, sagte dem BR, eine klare Regelung zum Umgang mit Handys sei für uns alle ganz entscheidend. Es sei „immer abzugleichen, welche Gefahren vom Handy ausgehen“. Es mache Sinn, hier klare Verbote auszusprechen. „Das tun auch andere Bundesländer. Das kann man gut nachvollziehen.“

Teilzeit für Beamte wird eingeschränkt

Angesichts des Lehrkräftemangels kommen zudem Neuerungen auf Lehrerinnen und Lehrer sowie alle weiteren Beamten in Bayern zu. Söder beklagte die hohe Teilzeitquote von Lehrern. Daher soll familienpolitische Teilzeit künftig nicht mehr für Eltern von Kinder unter 18 Jahren möglich sein, sondern nur noch bei Kindern bis einschließlich 14 Jahren. Darüber hinaus sollen Beamtinnen und Beamte in Teilzeit laut Söder mehr Stunden als bisher wöchentlich arbeiten müssen.

Ministerin: „Setze auf Dialog“

Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) betonte, ihr sei wichtig, dass insbesondere Eltern mit kleineren Kindern auch „weiterhin die Möglichkeit haben, mit weniger Stunden an der Schule zu unterrichten“. Gleichzeitig sei jede Stunde, die mehr unterrichtet werde, ein Gewinn für die Schülerinnen und Schüler. „Ich setze auch hier auf Dialog und bedanke mich deshalb noch einmal bei allen Lehrkräften, die meinem Aufruf und dem Werben vieler Lehrerverbände gefolgt sind und ihr Teilzeitmaß angepasst haben.“

BLLV-Präsidentin Fleischmann bezeichnete es als Enttäuschung für die Lehrkräfte, dass jetzt „Zwangsmaßnahmen ausgepackt werden sollen“. Dies werde nichts bringen: „Vor allem wird der Lehrberuf dadurch nur unattraktiver statt attraktiver – was aber dringend nötig wäre um wirklich etwas gegen den Lehrkräftemangel zu tun.“ Die Lehrerinnen und Lehrer an Grund-, Mittel- und Förderschulen hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung mitten im Lehrkräftemangel bewusst sind. „Mit Engagement, Mehrarbeit und Überstunden haben sie ihren Anteil geleistet.“

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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