Wenn Christian Huber redet, dann spricht er gerne in Pointen. Auf Twitter machte er sich als „Pokerbeats“ einen Namen. Damals hat er noch mit Hip-Hop-Beats herumgetüftelt und in Regensburg beim Radio gearbeitet. Aber sein Talent, Humor in 140 Zeichen zu packen, wurde schnell entdeckt – und machte ihn erfolgreich. Als Podcaster, Bestsellerautor und Comedian.
Vom Comedy-Autor zum Comedian in ausverkauften Hallen
Sein erstes Buch über lustige Alltagsbeobachtungen – „Fruchtfliegendompteur“ – erschien 2015. Kurz darauf zog es Huber nach Köln: Von 2016 bis 2019 gehörte er fest zum Autorenteam des Neo Magazin Royale, schrieb Stand-up-Gags und Einspieler für Jan Böhmermann.
Dort lernte Christian Huber auch Tarkan Bagci kennen, seinen heutigen Podcast-Partner bei „Gefühlte Fakten“. Jede Woche schmeißen sich die beiden Gags zu – über ihren Alltag oder in Rubriken wie „ungewöhnliche Todesfälle“ oder „bayerische Ausdrücke“. Dabei war der Podcast zunächst gar nicht nur auf Comedy ausgelegt.
Die beiden wollten sich eigentlich nur eine eigene Plattform schaffen, um ihre Bücher besser zu vermarkten. Also entschieden sie sich für einen eigenen Podcast: „Was sich daraus entwickelt hat, ist halt Wahnsinn. Wir sind im ausverkauften Zirkus Krone aufgetreten, dürfen auf Tour gehen. Jede Woche hören uns 100.000 Menschen zu.“ Absolut verrückt sei das, sagt er.
Seit 2022 Bestsellerautor
Inzwischen beschreibt Christian Huber sich selbst als Podcaster und Roman-Autor. Sein letzter Roman „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ hat es 2022 auf die Bestsellerliste geschafft. Eine Hoffnung, die er nun auch für seinen neuesten Roman hegt: „So lange ein Streichholz brennt“. Darin geht es um den Obdachlosen Bohm und die Fernsehjournalistin Alina. Huber sagt, in beiden Figuren steckt was von ihm drin. Klar, er kennt die Fernsehwelt. Aber Obdachlosigkeit?
Neuer Roman ist sein ehrlichstes Buch
Huber hat nie auf der Straße gelebt. Sagt aber: „Wenn ich eine Figur erzähle, wie Bohm sie ist, kann ich mit mir selber sehr viel ausmachen. Ich konnte sehr viele Probleme, die ich selber habe, mental oder im echten Leben, in diesem Buch verarbeiten.“ Bohm sei ein Mann, der Gefühle verdrängt. Sei es so etwas wie die Kälte, wenn er draußen schlafen muss, die er einfach wegdrängt. Oder Zukunftsängste. Gewissensbisse wegen Dingen, die er in seiner Vergangenheit gemacht hat. „Der schluckt das alles runter“, beschreibt ihn Huber und zieht dabei Parallelen zu sich selbst.
In seinem eigenen Podcast hat er immer wieder erzählt, wie sehr er sich selbst dafür öffnen und anschauen musste – und wie hart das für ihn war: „Ich fresse viel in mich rein, glaube ich. Das ist auch ein Grund, warum ich in Therapie bin.“ Ein bayerischer Mann dürfe nur zwei Arten von Gefühlen haben: „Du darfst halt wütend sein oder du darfst grantig sein.“
Andere Gefühle zulassen, Schwäche zeigen – das hat Christian Huber für sich dazugelernt. Und so zeigen auch die Männerfiguren in seinen Romanen mehr emotionale Facetten als nur Wut und Grant. Auch wenn er sagt, dass er nicht vorsätzlich ein neues Männerbild herbeischreiben möchte. Ihm geht es um gute Geschichten.
Rückkehr nach Bayern?
Privat zieht es ihn vielleicht irgendwann wieder in die Oberpfalz. Sein Sohn wird diesen Sommer zwei und nach sieben Jahren Berlin und zehn Jahren Köln sei es erstmal genug mit der Großstadt. „Uns fehlt Bayern, uns fehlt die Familie, uns fehlt die Ruhe“, sagt Huber.
Und fügt lachend hinzu: „Außerdem ist der Kleine das glücklichste Kind der Welt, wenn er mit seinen Großeltern unterwegs ist. Und meine Frau und ich sind die glücklichsten Menschen der Welt, wenn der Kleine mit seinen Großeltern unterwegs ist.“

