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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Berühmter Musketier Charles d’Artagnan: Rätsel um Skelettfund
Kultur

Berühmter Musketier Charles d’Artagnan: Rätsel um Skelettfund

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 26. März 2026 10:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Bisher ist nichts bewiesen, deshalb ist der holländische Archäologe Wim Dijkman gegenüber Maastrichter Medien sehr vorsichtig [externer Link]: „Ich bin schließlich Wissenschaftler. Aber meine Erwartungen sind hoch. Ich forsche seit 28 Jahren an d’Artagnans Grab. Dies könnte der Höhepunkt meiner Karriere sein. Ich habe seit Jahren viele Kontakte in Frankreich, und man fragt mich immer wieder, warum d’Artagnan noch nicht gefunden wurde. Das scheint nun der Fall zu sein, denn bisher wurde nichts gefunden, was der Annahme widerspricht, dass es sich nicht um ihn handelt. Aber nochmal: Ich warte auf die DNA-Analyse.“

Inhaltsübersicht
Historiker vermuteten Kirchenbestattung„Wir wollen absolute Gewissheit haben“König Ludwig XIV. feierte Maastrichts KapitulationDiplomat und Geheimagent

In einem Münchner Labor wird demnach derzeit anhand von DNA-Proben von Nachfahren geprüft, ob es wirklich das Skelett des berühmtesten aller Musketiere sein kann, das in der St.-Peter-und-Paul-Kirche im Maastrichter Stadtteil Wolder aufgefunden wurde. Der Boden des Gotteshauses war eingesackt, weshalb Renovierungsarbeiten nötig wurden. Bei der Gelegenheit fanden Arbeiter das Grab.

Historiker vermuteten Kirchenbestattung

Fest steht, dass Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan (1611/15 – 1673), der Alexandre Dumas zu dessen Roman „Die drei Musketiere“ inspirierte, bei der Belagerung von Maastricht zu Tode kam, angeblich durch einen Schuss in die Kehle. Das Grab sei unbekannt, hieß es bisher. Allerdings hatten Historiker schon länger darüber spekuliert, dass der kampferprobte Adelige womöglich in der damals nächstgelegenen katholischen Kirche bestattet worden sein könnte. Das wäre die erwähnte St.-Peter-und-Paul-Kirche.

Zwischen den Rippen des Skeletts sei eine Musketenkugel gefunden worden, so niederländische Medien, außerdem sei eine französische Münze aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts entdeckt worden. Nur sehr hochgestellte Persönlichkeiten seien in der Nähe eines Altars beigesetzt worden.

„Wir wollen absolute Gewissheit haben“

Archäologe Wim Dijkman sagt dazu: „Ich warte gespannt auf die offizielle Bestätigung, die in den nächsten Wochen erfolgen sollte. Derzeit laufen im In- und Ausland diverse Analysen und Ermittlungen. Es handelt sich um eine hochrangige Untersuchung. Wir wollen absolute Gewissheit haben, dass es sich um d’Artagnan handelt.“

Der Roman „Die drei Musketiere“ erschien 1844 und wurde dutzendfach verfilmt, zuletzt 2023 („Die drei Musketiere – Mylady“) vom französischen Regisseur Martin Bourboulon. Kurz zuvor hatte der britische Regisseur Bill Thomas den populären Mantel-und-Degen-Stoff bearbeitet. Der Wahlspruch des heldenhaften Trios „Einer für alle, alle für einen“ ging in den Standardwortschatz vieler Sprachen ein und brachte es zum inoffiziellen Wappenspruch der Schweiz.

König Ludwig XIV. feierte Maastrichts Kapitulation

Sollte sich wirklich herausstellen, dass Kriegsheld Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan in Maastricht-Wolden begraben liegt, ruhte er jedenfalls standesgemäßer als der englische König Richard III., dessen Gebeine im September 2012 unter dem Parkplatz eines Sozialamts in Leicester gefunden wurden. Eine Wirbelsäulenverkrümmung und Verletzungen an seinem Schädel bewiesen neben einer Untersuchung des Erbguts seine Identität. Der König, der in einer Schlacht starb, wurde später in der örtlichen Kathedrale beigesetzt.

Was mit dem Maastrichter Skelett geschehen soll, falls es sich tatsächlich um den Musketier-Hauptmann handeln sollte, ist bis zum Abschluss der Analysen noch völlig offen. Es wird aber bereits darüber spekuliert, dass die Knochen von Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan im Fall des Falles nach Frankreich überführt werden könnten.

1673 war das nicht möglich, weil die von König Ludwig XIV. persönlich befehligte Belagerung im heißen Sommer mehr Zeit als gedacht in Anspruch nahm (13. bis 26. Juni) und die Leichen der Gefallenen zügig unter die Erde gebracht werden mussten.

Diplomat und Geheimagent

Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan fiel einen Tag vor der Kapitulation von Maastricht, die der König später als großen Triumph auf Gemälden und Tapisserien verewigen ließ. Der Musketier galt zu Lebzeiten als mutiger Kämpfer, vor allem jedoch als geschickter Diplomat und Geheimagent in Diensten der Königinmutter Anna von Österreich. Am französischen Hof machte d’Artagnan trotz zahlreicher Intrigen eine glänzende Karriere.

Alexandre Dumas verwendete nicht von ungefähr mehr oder weniger ausgeschmückte Zeitzeugenberichte über das Leben des Musketiers für seine weltbekannte Roman-Trilogie.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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