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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Metallica – Warum sie noch nicht zum alten Eisen gehören
Kultur

Metallica – Warum sie noch nicht zum alten Eisen gehören

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2024 09:05
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Keine Band hat den Sound, die Ästhetik, und auch das Geschäft des Heavy Metal so vollumfänglich geprägt wie Metallica. Mit ihren legendären Shows veränderten sie die Maßstäbe dessen, was Metal-Konzerte sein können, für immer. Ihre Songs beeinflussten praktisch alle Metal-Bands, die sich nach 1990 gegründet haben, direkt oder indirekt. Wer schon seit Jahren Metal-Head ist und Metallica auch schon live erlebt hat – das sind mittlerweile sehr viele Menschen – will dieses Erlebnis unbedingt wiederholen.

Inhaltsübersicht
Unterschiedliche Setlisten bei den jeweils zwei KonzertenGemeinschaft der Metallica-AnhängerReisefreudige deutsche FansWie oft geht noch?

Unterschiedliche Setlisten bei den jeweils zwei Konzerten

In München werden sich dieses Wochenende (24. & 25. Mai) Tausende Fans aus der ganzen Welt tummeln. Genauso wie etwa in Helsinki und Kopenhagen, wo Metallica im Laufe des Sommers ebenfalls jeweils zwei Konzerte am selben Wochenende spielen werden. Die Setlisten sind so gestaltet, dass kein Song zweimal gespielt wird, um Fans einen Anreiz zu geben, sich für beide Konzerte Karten zu kaufen.

Um die Shows herum gibt es in vielen Städten sogenannte „Takeover Events“: ein Rahmenprogramm für Metallica-Fans, bestehend aus Filmaufführungen und Lesungen. In München wird es mehrere Grillfeste und Partys geben, organisiert vom Metallica-Fanclub „St. Germany“.

Gemeinschaft der Metallica-Anhänger

Diese Fans sind auch der Schlüssel zum andauernden Erfolg Metallicas. Das sieht auch Alex Brendel so. Brendel ist Mitglied beim „St. Germany“-Fanclub. Wenn man ihm zuhört, wirkt es so, als sei der Auftritt der Band gar nicht das Allerwichtigste: „Man hört die Musik schon seit Jugendtagen, das verfolgt einen schon ewig. Man schwelgt dann in Erinnerungen und fühlt sich wieder ein bisschen jung. Und da trifft man dann natürlich auch die Leute, die man seit Ewigkeiten kennt. Es ist eben nicht nur die Musik und das Konzert, sondern das Drumherum. Es geht darum, das Leben zu genießen, und als Metallica-Family ein Gemeinschaftsgefühl zu haben und zusammen zu feiern.“

Fans wie er bilden vor Ort und länderübergreifend Gemeinschaften, bieten sich gegenseitig Schlafplätze an, diskutieren in Online-Foren und sorgen auf den Konzerten für die Stimmung. In Lateinamerika sind Metallica-Fans deutlich jünger, das Gros der deutschen Fans dürfte jenseits der 40 sein: schon länger berufstätig oder sogar schon im Ruhestand. Die nötige Zeit und das Geld, um Metallica in ihrer aktuellen Ära live zu sehen, bringen sie gerne auf.

Reisefreudige deutsche Fans

Bassist Rob Trujillo erzählte 2023, dass er auch in den USA regelmäßig die Fahnen deutscher Metallica-Fans im Publikum sehe: „Deutsche Fans – die haben entweder gute Jobs, wirklich gut bezahlte Jobs, sodass sie um die Welt fliegen können, um ihre Liebe und Unterstützung zu zeigen“, spekulierte er. „Oder sie sind einfach so leidenschaftlich, dass sie immer irgendwie ihren Weg in die verschiedensten Teile der Welt finden.“

Metallica sind sich der Treue der globalen „Metallica-Familie“ bewusst und betreiben seit Jahrzehnten sehr effektiven und lukrativen „Dienst am Fan“. Am Abend vor der Veröffentlichung des Albums „72 Seasons“ zum Beispiel wurde letztes Jahr ein gleichnamiger Film in Kinosälen gezeigt. Diese Events geben der Fan-Community immer wieder das Gefühl, es werde ihnen etwas geboten, was es bei anderen Bands nicht gibt. Gepaart mit cleveren Schachzügen wie der Platzierung in der Erfolgsserie „Stranger Things“ sorgt diese Art von Marketing dafür, dass die Fans – egal, ob jung oder alt – immer wieder mobilisiert werden können.

Wie oft geht noch?

Die Mitglieder Metallicas sind zwar alle gesund, aber schon um die 60 Jahre alt oder älter. Auch dieser Gedanke wird bei vielen Fans aktuell eine Rolle spielen: Wie oft wird man so ein Metallica-Konzert noch erleben können – mit all den Gefühlen und Erinnerungen, die dort geweckt werden, mit all den Menschen, die man durch die Musik kennengelernt hat? Wie es Metallica in einem ihrer bekanntesten Songs selbst singen: „Nothing else matters“.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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