Rückschau auf eine intensive Zeit
Seit sich seine Boyband One Direction aufgelöst hat, hat Harry Styles zweifellos die spannendste Solokarriere der fünf Ex-Bandkollegen hingelegt, ist in glitzernden, bunten Outfits aufgetreten und hat mit Geschlechterklischees gebrochen. Er ist der männliche Popstar der Stunde, auch ein männliches Sexsymbol. Und seine Fans vereint – ähnlich wie bei Taylor Swift – ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl.
In den dreieinhalb Jahren seit dem letzten Album ist auch viel passiert. Sein One-Direction-Bandkollege Liam Payne ist 2024 verstorben: ein schlimmer Sturz von einem Hotelbalkon in Buenos Aires. Das hat Harry Styles extrem mitgenommen, wie er zuletzt in einem Interview mit Zane Lowe von Apple Music [externer Link] erzählt hat: „Es ist total schwer, einen Freund zu verlieren, der einem so ähnlich ist, in so vielerlei Hinsicht. Das war ein wirklich wichtiger Moment für mich, um einmal auf mein Leben zu schauen und zu mir selbst zu sagen: Okay, was möchte ich mit meinem Leben eigentlich anfangen? Und ich glaube, die beste Art, verstorbene Freunde zu ehren, ist, sein Leben in vollen Zügen zu leben.“
Nachdenklich und trotzdem tanzbar
Das hat er auch gemacht: Harry hat eine Zeit lang in Italien gelebt, wurde bei der Papstwahl auf dem Petersplatz in Rom gesichtet. Und dann immer öfter in Berlin, wo er auch den Marathon in unter drei Stunden gelaufen ist. In Berlin hat er dann auch wieder angefangen, an neuer Musik zu arbeiten.
Rausgekommen ist dabei mit „Kiss All The Time. Disco, Occasionally.“ ein nachdenklicheres Album, ein Stück weit weg vom Sunshine-Pop. Was aber nicht heißt, dass es keine tanzbaren Songs auf dem Album gibt. Zum Track „Ready, Steady, Go!“ zum Beispiel muss man sich einfach bewegen. Viele knackige Drums und satte Basslinien.

