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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Portal bietet Wetten auf Deutsche-Bahn-Verspätungen an
Netzwelt

Portal bietet Wetten auf Deutsche-Bahn-Verspätungen an

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 5. März 2026 14:48
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Die Zugdaten sind alle echt, betont Caio van Caarven im Gespräch mit BR24 zu seinem Projekt Bahn.bet. Auf dem Portal kann jedermann, der sich anmeldet, Geld auf die Verspätung von Zügen der Deutschen Bahn setzen.

Inhaltsübersicht
Mehr als ein GagViel Arbeit – trotz KI-HilfeInvestoren zeigen InteresseDeutsche Bahn bleibt stumm

Der ICE von Karlsruhe nach München etwa, am Mittwoch gestartet um 13.05 Uhr, geplante Ankunft 15.49 Uhr. Stand 16.30 Uhr hat der Zug 71 Minuten Verspätung. Wie viele werden es sein, wenn er tatsächlich München erreicht? 85 Wetten dazu wurden bisher platziert.

Was auf Bahn.bet nicht echt ist, ist das Geld. Die Spieler zocken zum Spaß, mit Spielgeld. Gewinne und Verluste werden aber real in Euro angezeigt. Ein Algorithmus entscheidet über die Verteilung des Wettpools. Nicht nur der mit der exakten Minutenzahl wird belohnt und alle anderen bestraft, sondern abgestuft gewinnt oder verliert man mehr oder weniger, je nachdem wie nah man dran war.

Mehr als ein Gag

Die Idee kam dem Wiener Künstler van Caarven durch viele eigene, leidvolle Erfahrungen mit der Deutschen Bahn, die ihm stundenlange unfreiwillige Aufenthalte in Würzburg oder Regensburg sowie viele Kopfschmerzen auf der Strecke Salzburg – München beschert habe.

Dies griff er auch immer wieder auf seinem Instagram-Kanal auf, produzierte gar eine kleine animierte Video-Serie und T-Shirts zum Thema Deutsche Bahn. Nun also das fiktive Wett-Portal. Der Macher ist zufrieden: „Es macht Spaß, es ist ein cooles Spiel“, sagt van Caarven.

Genau das war ihm wichtig: „Was ich nicht wollte, war einfach einen halblustigen Gag zu machen, wo man einmal hineinschaut und denkt ‚Haha‘, lustig“. Nein, ich wollte wirklich ein richtiges Spiel bauen.“ Auch wenn das viel Arbeit beanspruchte.

Viel Arbeit – trotz KI-Hilfe

Zwei Monate habe er Vollzeit an dem Projekt gearbeitet, so van Caarven zu BR24. In letzter Zeit 60 bis 80 Stunden pro Woche. Er habe in der Vergangenheit bei Start-Ups ein wenig IT-Erfahrung gesammelt, zusätzlich habe ihm Künstliche Intelligenz und sogenanntes Vibe Coding extrem geholfen, das Projekt allein in so kurzer Zeit umsetzen zu können.

Er sagt aber auch: „Man kann über Vibe Coding reden, aber ein richtiges Produkt zu bauen, ist trotzdem eine Unmenge an Arbeit.“ Beim Vibe Coding beschreibt man – sehr grob gesagt – einer KI in Worten, was man digital umsetzen möchte, und die versucht dies dann in Code umzusetzen. Die Zugdaten stammen aus einem Feed der EU, alles außer exakten Zugnummern könne er so auf Bahn.bet darstellen.

Investoren zeigen Interesse

Ob Caio van Caarvens Aufwand nur Arbeit im Namen von Kunst und Satire war und bleibt, ist derweil noch nicht klar. Schon jetzt hätten ihm Interessenten geschrieben, die gerne investieren beziehungsweise „etwas Echtes“ aus der Seite machen wollen. Potenzial sei auf jeden Fall da, findet er.

Vor allem in Bezug auf den Mechanismus hinter dem Portal, dass nicht einer alles bekomme, sondern ein Algorithmus die Gewinne und Verluste verteilt, je nachdem wie weit oder fern man der richtigen Antwort war. Das sei seiner Recherche nach „komplett neu“.

Deutsche Bahn bleibt stumm

Anders als so mancher findige Investor hat sich die Deutsche Bahn bisher noch nicht bei van Caarven gemeldet. „Ich weiß nicht, wie pünktlich der Humor bei der Deutschen Bahn eigentlich ankommt“, sagt er. Eine BR24-Anfrage bei der Deutschen Bahn zum Thema blieb bisher unbeantwortet.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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