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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Niemand ist unantastbar“: Putin beunruhigt mit Verhaftungswelle
Kultur

„Niemand ist unantastbar“: Putin beunruhigt mit Verhaftungswelle

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 6. März 2026 12:46
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Wir dachten, Präsident Putin hätte zumindest bis vor kurzem geglaubt, dass Verschwörungen weniger wahrscheinlich wären, wenn sich sein engster Kreis unangreifbar fühlt, und das erschien logisch. Verzeihen Sie mir, aber Stalin, der seinen engsten Kreis in Angst und Schrecken hielt, fand ein tragisches Ende“, so einer der anonymen russischen Polit-Blogger zu einer bemerkenswerten Verhaftungswelle [externer Link], die Putin in Gang gesetzt hat.

Inhaltsübersicht
„Niemand ist mehr unantastbar“„Signal an andere“

Fast alle Stellvertreter des früheren russischen Verteidigungsministers Sergei Schoigu wurden inzwischen wegen Veruntreuung, Bestechung, Betrug, Geldwäsche, Gründung einer kriminellen Bande und ähnlicher Vorwürfe zur Verantwortung gezogen. Jüngstes Beispiel ist Ruslan Tsalikow [externer Link], ein langjähriger engster Vertrauter von Schoigu und dessen früherer erster Stellvertreter. Er steht unter Hausarrest.

Kein Wunder, dass jetzt auch über das weitere politische Schicksal von Schoigu selbst debattiert wird. Bisher ist der politische Weggefährte Putins noch Vorsitzender des Sicherheitsrats. Skurril, dass Putins Sprecher Dmitri Peskow beteuerte, er „kenne die Einzelheiten nicht“.

„Niemand ist mehr unantastbar“

Schon ist von einem „Erdbeben“ im Kreml die Rede, was das Verhältnis zwischen Putin und seinen Vertrauten angeht. Bisher galt der russische Präsident als ausgesprochen loyal zu seiner Elite. Möglicherweise sei Putin jedoch vom Schicksal des venezolanischen Ex-Machthabers Nicolás Maduro, der sich in US-Gewahrsam befindet, und dem Tod des iranischen Religionsführers Ali Chamenei aufgewühlt, spekuliert der oben zitierte Kommentator: „Sollte Schoigu vor Gericht gestellt werden, wäre dies eine klare Ansage an Putins engsten Kreis: Niemand ist mehr unantastbar.“

Politologe Ilja Graschtschenkow sprach von einem „institutionellen Neustart“ im Verteidigungsministerium [externer Link] und erinnerte an umfangreiche Baumaßnahmen in der jüngeren Vergangenheit, bei denen hohe Beträge abgezweigt worden seien: „Ein System, insbesondere ein so komplexes und sensibles wie das Verteidigungssystem, kann mit angehäuften Managementfehlern nicht lange überleben. Früher oder später müssen sie korrigiert werden – manchmal stillschweigend, manchmal lautstark.“

„Signal an andere“

Wirtschaftskolumnist Dmitri Drise schrieb [externer Link]: „Man kann vielleicht erahnen, was hinter Tsalikows Festnahme steckt – das Geschehen dient als Signal an andere. Die Situation hat sich verändert und wird nie wieder so sein wie vorher. Offenbar haben sich noch nicht alle Mitglieder der sogenannten Elite damit abgefunden. Es ist gut möglich, dass weitere hochkarätige Fälle folgen werden – sowohl im Verteidigungsministerium als auch in anderen wichtigen Behörden. Wie man so schön sagt: Ohne Ansehen von Rang, Titel oder bisherigen Erfolgen.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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