Der Literaturnobelpreis 2026 geht nach der Entscheidung der Schwedischen Akademie an Anne Carson. Schon in der Vergangenheit galt die Kanadierin als Favorit auf den Preis.
Eine der renommiertesten Dichterinnen der Gegenwart
Anne Carson wurde für ihr „kühnes und erfinderisches Werk“ ausgezeichnet, das „im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat“, so heißt es in der Begründung der Jury. Die 76-Jährige ist eine der renommiertesten Dichterinnen der Gegenwart.
Als studierte Altphilologin zeichnet sie eine besondere Affinität zu den antiken Mythen aus. Auch Übersetzungen aus dem Altgriechischem sind Teil ihres außerordentlich vielfältigen Werks, in dem sich so häufig Fakt und Fiktion, Fiction und Non-Fiction miteinander mischen und sich Elemente aus Lyrik, Essayistik und Belletristik vereinen. Als Carson vom Preis erfahren habe, habe sie gerade in Island „dem Wind gelauscht“, berichtet die Generalsekretärin der Schwedischen Akademie.
Literaturnobelpreis lange nur für Männer
Der Literaturnobelpreis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Seit 1901 wurde er an insgesamt 123 Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben. Die Schwedische Akademie stand dabei lange in der Kritik, weil sie jahrzehntelang ausschließlich männliche weiße Autoren aus westlichen Ländern ausgezeichnet hatte. Nach einer Reform 2018 ging jeder zweite Literaturnobelpreis an eine Frau. Im vergangenen Jahr bekam der Ungare László Krasznahorkai den Preis, im Jahr davor die Südkoreanerin Han Kang. Die diesjährige Verleihung findet am 10. Dezember in Stockholm statt.
Mit Informationen von dpa

