Kaum wurde das neue Oktoberfest-Motiv vorgestellt, schon sorgt es im Netz für Diskussionen: Mindestens zwei Grafik-Designer äußern den Verdacht, dass das Bild mit KI erstellt wurde und der Grafiker Florian Huber damit gegen Vorgaben der Stadt München verstoßen habe. Huber selbst weist einen Regelverstoß ebenso zurück wie das städtische Wirtschaftsreferat, das den Wettbewerb für das Motiv ausgeschrieben und den Sieger am vergangenen Freitag präsentiert hatte.
„Verzogen“ und „verwaschen“ wegen KI?
Der untere Bildbereich wirkt wie eine Tischfläche. In kräftigen Farben sind die Frauenkirche und typische Wiesn-Elemente wie Tuba, Breze, Riesenrad, Lebkuchenherz und Maßkrug zu sehen. Hinweise auf KI erkennen die Kritiker etwa im „verzogenen“ Herz und „verwaschenen Flächen“, wie sie in Videos auf Instagram erklären.
Das Wirtschaftsreferat stellte auf BR24-Anfrage klar: Nach den Teilnahmebedingungen werde nicht der Einsatz jeglicher KI ausgeschlossen, „da mittlerweile die verbreiteten Bildbearbeitungsprogramme auf KI basieren“. Verboten sei nur der Einsatz von KI-Bildgeneratoren. Unter diesem Aspekt seien alle Einsendungen des Wettbewerbs von einem Grafik-Team überprüft worden.
Keine Hinweise auf KI-Bildgenerator beim Oktoberfest-Motiv
Der Künstler des Wiesnplakats habe auch alle seine einzelnen Arbeitsschritte und die verwendeten Bildbearbeitungsprogramme transparent offengelegt, und sie hätten „keine Hinweise auf den Einsatz eines KI-Bildgenerators erkennen lassen“, so die Referatssprecherin weiter. Der Entwicklungsprozess für sein Bild – von der Grundidee über eine Illustration bis zur Nachbearbeitung – sei nachvollziehbar, versicherte auch Florian Huber selbst im Gespräch mit BR24.
7.500 Euro für Siegerentwurf
Der Grafiker und Illustrator stammt aus Kranzberg im Landkreis Freising. Bereits 2021 hatte er im Wettbewerb für das Motiv den dritten Platz belegt. Heuer setzte er sich gegen rund 90 Konkurrenten durch. Dafür bekommt er 2.500 Euro Preisgeld und ein Lizenzhonorar von 5.000 Euro.
Das Motiv soll im Internet und sozialen Medien, auf Plakaten, Sammelmaßkrügen, T-Shirts, Anstecknadeln und sonstigen Lizenzartikeln für das größte Volksfest der Welt werben. In diesem Jahr beginnt die Wiesn am 19. September.

