Der Papst geht sehr offen mit seiner Erkrankung um. Rund vier Stunden nach seiner OP teilte der Vatikan mit, dass aus seiner Lunge ein bösartiger Tumor entfernt wurde. Leo XIV. soll etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben.
Papst Leo: Operation wegen Lungenkrebs
Demnach wurde dem 71-Jährigen in der römischen Gemelli-Klinik ein Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich ein Adenokarzinom befand, also ein bösartiger Tumor. Der Eingriff dauerte nach Vatikanangaben etwa 90 Minuten und verlief ohne Komplikationen. Nach dem Eingriff sei der Papst regulär aufgewacht und befinde sich wieder in seinem Zimmer.
Der Verdacht auf einen bösartigen Tumor habe bereits seit einer früheren Untersuchung bestanden, hieß es. Unmittelbar nach der Operation sei er durch eine feingewebliche Schnellschnittuntersuchung bestätigt worden. Über die Größe des Karzinoms wurde zunächst nichts mitgeteilt.
Adenokarzinom in der Lunge – was bedeutet das?
Ein Lungenadenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor, wie die Ärztin Juanita Mora, Sprecherin des Amerikanischen Lungenverbands ALA, erklärt. Er ist bei Papst Leo XIV. also der Ausgangspunkt der Krebserkrankung, es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.
Lungenkrebs wird zudem in zwei Hauptgruppen unterteilt: die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinome, die häufigste Art von Lungenkrebs, und die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und nach Angaben der Amerikanischen Krebsgesellschaft etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.
Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten Gruppe und ist die häufigste Form von Lungenkrebs, wie der US-Onkologe David Spigel erklärte, der am Sarah Cannon Research Institute in Nashville zu Lungenkrebs forscht.
Relativ gute Aussichten auf Heilung
Lungenkrebs ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt bei Lungenkrebs jedoch stark von der genauen Krebsart und vom Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose ab.
Das Lungenadenokarzinom kann beispielsweise sehr gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird, wie die US-Expertin Mora erklärt. Wenn die Behandlung in einem frühen Stadium beginnt und der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt wird, liegt die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate ihren Angaben zufolge bei „80 bis 98 Prozent“. Der Patient gelte dann als geheilt, hebt Spigel hervor.
Lungenfunktion wahrscheinlich nicht beeinträchtigt
Papst Leo XIV. hatte selbst am Sonntag gesagt, der Knoten in seiner Lunge sei „in einem sehr frühen Stadium“ entdeckt worden. Am Dienstag wurde der Knoten bei einem chirurgischen Eingriff entfernt. Um eine Entfernung des gesamten bösartigen Gewebes sicherzustellen, wurde dem Papst nach Angaben des Vatikans der komplette Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt. Ein Lungenlappen umfasst etwa 20 bis 25 Prozent der Lunge.
„Das entspricht dem Standardverfahren“, sagt der US-Onkologe Carbone. Die Entfernung eines Lungenlappens beeinträchtige zudem nicht zwangsläufig die Lungenfunktion. Er rechne daher damit, dass der Papst sich schnell von dem Eingriff erholen werde.
Noch offen, ob Leo XIV. Chemotherapie braucht
Als Nächstes muss geklärt werden, ob Papst Leo nach der OP noch zusätzliche Behandlungen wie eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten muss. Das hängt den befragten Fachleuten zufolge von mehreren Faktoren ab: der Größe des entfernten Tumors, seiner Aggressivität, seinen genetischen Eigenschaften und davon, ob er sich schon ausgebreitet hat oder nicht. Nach Angaben aus Vatikankreisen laufen bereits weitere Untersuchungen.
Für den Onkologen Carbone ist die Tatsache, dass der Papst direkt operiert wurde, schon eine gute Nachricht: Wenn festgestellt worden wäre, dass sich der Krebs „zum Beispiel auf die in der Mitte des Brustkorbs gelegenen Lymphknoten ausgebreitet hätte, hätte er vor der Operation eine Behandlung bekommen, was nicht der Fall war.“
Mit Informationen von AFP und KNA

