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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Sprachmusik auf Fränkisch: Fitzgerald Kusz feiert 80. Geburtstag
Kultur

Sprachmusik auf Fränkisch: Fitzgerald Kusz feiert 80. Geburtstag

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 16. November 2024 09:49
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Dass Fitzgerald Kusz einer der bedeutendsten Lyriker der fränkischen Mundart wird, ist einem Wutanfall im Jahr 1970 zu verdanken. Damals sei er von einer Freundin versetzt worden und diese Wut habe ihn an die Schreibmaschine getrieben. „Da habe ich ein Gedicht reingehackt, das ist im Grunde der reinste Dadaismus, der mich ja immer faszinierte. Und das hieß ‚Suä ruudzbrischn suä elendichä‘ … und so gings weiter. Also wenn ich emotional reagiere, dann ist der Dialekt sofort da“, so der Autor im Gespräch mit dem BR.

Inhaltsübersicht
Lyrik mit SprachmusikTheatergeschichte geschriebenLeberknödelsuppe gab den ImpulsLyrik wird immer wichtiger

Lyrik mit Sprachmusik

Schon vorher habe er zwar Gedichte in Hochdeutsch verfasst – aber erst die Zuwendung zur Mundart brachte den Durchbruch. Deren phonetische Schreibweise, also genau so geschrieben, wie es sich anhört, wird auch den Franken erst beim Laut-Vorlesen verständlich. Die ermöglicht aber auch allen Nicht-Franken, die Lyrik von Kusz lautmalerisch zu erfassen. „Vielleicht habe ich den Beweis angetreten, dass man mit fränkischem Dialekt Musik machen kann – Sprachmusik“, so Fitzgerald Kusz. Viele seiner Gedichte hat er zusammen mit dem Musiker Klaus Brandl in Blues-Rhythmen umgesetzt.

Theatergeschichte geschrieben

Auch als Autor von Theaterstücken ist Fitzgerald Kusz deutschlandweit erfolgreich. Sein Mundart-Stück „Schweig, Bub!“ schrieb sogar Theatergeschichte: mehr als 700 Vorstellungen allein in Nürnberg und 13 Übersetzungen in andere Sprachen oder Mundarten. Mit der Uraufführung 1976 holte Fitzgerald Kusz das Fränkische auf die große Theaterbühne. Humorvoll und satirisch beschreibt er in dem Volksstück eine traditionelle, kleinbürgerliche Familienfeier. Die Hauptperson, der Konfirmand, kommt so gut wie nie zu Wort, dafür umso lauter, respektloser und entlarvender die eingeladene Verwandtschaft.

Leberknödelsuppe gab den Impuls

„Du – wo hammer denn schomal so eine Leberkniedla-Subbn gessn?“ Mit diesem Satz beginnt das Stück und Fitzgerald Kusz erinnert sich: „Dieser Satz ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen, das war wie so ein Mantra. Für ein Gedicht hat er sich nicht geeignet. Irgendwann war ich sicher, das kann nur der Anfang von einem Fest sein.“ Der bundesweite Erfolg des Theaterstücks ermöglichte Kusz dann, seinen Beruf als Deutsch- und Englischlehrer aufzugeben und sich ganz dem Schreiben zu widmen.

Lyrik wird immer wichtiger

Zu den Bühnenerfolgen kamen viele Preise dazu, unter anderem auch der Bayerische Dialektpreis. Und mit zunehmendem Alter werden ihm seine Gedichte immer wichtiger. Sie spielen nicht nur mit dem Dialekt, sie widmen sich den ganz großen Themen der Welt und des Zwischenmenschlichen, oft satirische, berührend, manchmal absurd – aber immer tiefgründig. Und Kusz wundert sich selbst: „Also, wenn ich meine frühen in Hochdeutsch verfassten Gedichte anschaue, die erscheinen mir tatsächlich veraltet. Die alten Dialektsachen dagegen, lese ich immer noch bei Veranstaltungen vor – und da hat man das Gefühl, die sind immer noch frisch. Das ist ganz komisch.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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