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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Tod und Teufel: Ausstellung über die Faszination des Horrors
Kultur

Tod und Teufel: Ausstellung über die Faszination des Horrors

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 15. Juli 2024 06:36
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Die am Sonntag gestartete Ausstellung „Tod und Teufel“ im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt wurde vom Kunstpalast in Düsseldorf konzipiert. Dort war die Ausstellung bereits von September 2023 bis Januar 2024 zu sehen und hat mehr als 100.000 Besucher angelockt. Die Horror-Schau ist nichts für schwache Nerven. Einige Ausstellungsstücke lösen echtes Unbehagen aus. Aber das ist durchaus gewollt, wenn es um das Thema Horror geht.

Inhaltsübersicht
Museum betritt mit Horror-Ausstellung NeulandBrücke zwischen Hochkultur und PopkulturGroßer Kraftakt für MuseumsmacherMuseum will auch jüngeres Publikum anlocken

Museum betritt mit Horror-Ausstellung Neuland

Das Museum Georg Schäfer ist eigentlich bekannt für seine einzigartige Sammlung deutscher Malerei und Zeichenkunst von 1760 bis 1930 mit zahlreichen Werken von Malern wie Caspar David Friedrich oder Carl Spitzweg. Mit „Tod und Teufel“ betritt das Haus absolutes Neuland. „Jahrelang hat keiner das Thema Horror angepackt, bis Westrey Page es ganz mutig jetzt gewagt hat“, erklärt Museumsleiter Wolf Eiermann. „Es ist tatsächlich eine unglaubliche Perspektive auf einen uns zum großen Teil fremden Kosmos.“

Brücke zwischen Hochkultur und Popkultur

Westrey Page ist die Kuratorin der Ausstellung. Die Amerikanerin, die seit Jahren in Düsseldorf lebt, hat 120 Exponate von mehr als 50 Leihgebern zusammengetragen. Skulpturen, Gemälde, Fotografien, Videos, Plattencover oder Filmplakate. Ein kunstvoll gestalteter Holzsarg, fränkische Trauertrachten, Aufnahmen von Gothic- und Black-Metal-Fans oder kunstvolle Stillleben von Henkersmahlzeiten von zum Tode verurteilten Gefangenen aus den USA. Die Ausstellung schlägt eine Brücke zwischen klassischer Kunst und Popkultur.

Großer Kraftakt für Museumsmacher

Die Ausstellung darf durchaus billig, trashig oder trivial sein, schreibt Westrey Page in ihrem Grußwort. Die Kuratorin musste krankheitsbedingt die Eröffnung absagen. Für das Museum Georg Schäfer ist „Tod und Teufel“ ein enormer Kraftakt. Die Räume wurden völlig umgestaltet und mit neuer Technik ausgestattet. Im Innenhof des benachbarten Rathauses war sogar eine Geisterbahn angedacht, dieser Plan wurde aber verworfen.

Museumsleiter Wolf Eiermann hat einen Ausstellungsprolog über den Einfluss von Tod und Schrecken auf die ältere Kunst- und Kulturgeschichte beigetragen. „Ich habe den Generaldirektor des Düsseldorfer Kunstpalastes zufällig im Zug getroffen und wir haben schon vor drei Jahren über dieses Projekt in Düsseldorf gesprochen“, erzählt Eiermann. „Weil im Museum Georg Schäfer ein Saal für schwarze Romantik besteht, habe ich ihm angeboten, einen kleinen Beitrag für den Ausstellungskatalog zu schreiben. Daraus ist ein historischer Abriss über die 400 Jahre Vorgeschichte geworden.“

Museum will auch jüngeres Publikum anlocken

Der Hauptteil der Ausstellung zeigt Exponate aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. In dieser Zeit hat vor allem die Gothic- und Metal-Szene die Ästhetik des Horrors nachhaltig geprägt. Damit hofft der Museumsleiter vor allem neues, jüngeres Publikum in sein Haus zu locken. Es gibt zwar keine Altersbeschränkung, aber eine Empfehlung ab zwölf Jahren. Den Jüngeren dürften Models wie Zombie Boy, speziell designte Nike Air Max, die als sündhaft teure „Satan Shoes“ bekannt wurden oder Bands wie Slipknot ein Begriff sein.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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