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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Warum die Berlinale auf unbekanntere Filmemacher setzt
Kultur

Warum die Berlinale auf unbekanntere Filmemacher setzt

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 12. Februar 2026 16:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Heute Abend wird in Berlin die diesjährige Berlinale eröffnet. Bis zur Preisverleihung am 21. Februar konkurrieren dann 22 Filme aus 28 Ländern im Wettbewerb um den Goldenen und den Silbernen Bären und die zahlreichen anderen Preise.

Inhaltsübersicht
Nur wenige Stars auf der BerlinaleGoldener Ehrenbär für Michelle YeohPopstar Charli XCX als Schauspielerin

Aber es geht natürlich nicht nur um den Wettbewerb beim größten Publikumsfestival der Welt mit 350.000 verkauften Kinotickets – insgesamt werden über 230 Filme dem Publikum vorgestellt, darunter viele Welt- und Deutschland-Premieren. Wenn man die Fachbesucher und die Presse noch hinzuzählt, werden in diesem Jahr insgesamt über 450.000 Kinobesucher in Berlin erwartet.

Nur wenige Stars auf der Berlinale

Eröffnet wird das Festival mit dem Film „No Good Man“, in dem die afghanische Regisseurin Shahrbanoo Sadat das Leben afghanischer Frauen in den Mittelpunkt stellt. Dass „No Good Man“ das Festival eröffnet, kann man durchaus als programmatische Ansage sehen. Denn dies ist kein Film mit Stars. Die zu Teilen in Hamburg gedrehte Produktion stellt das Leben afghanischer Frauen in den Mittelpunkt.

Diese Schwerpunktverschiebung hin zu neuen Namen und Talenten ist bewusst gesetzt bei der Berlinale. Das liegt vor allem an der Terminierung des Festivals, denn kurz vor den Oscars, die in diesem Jahr am 16. März verliehen werden, sind viele Schauspielerinnen und Schauspieler in den USA auf Werbetour unterwegs. Und so setzt die gut vernetzte US-amerikanische Festivalleiterin Tricia Tuttle zum Großteil auf internationale Premieren von zum Teil noch nicht so bekannten Filmemachern und Regisseurinnen. Man darf gespannt sein!

Goldener Ehrenbär für Michelle Yeoh

Was jedoch nicht heißt, dass Berlin ganz ohne Staraufgebot auskommen muss. Pamela Anderson wird in Berlin erwartet wie auch Ethan Hawke, der neben Russell Crowe in dem Film „The Weight“ spielt, der größtenteils in der Oberpfalz gedreht und von Veronica Ferres koproduziert wurde. Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh wird mit dem goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Zudem werden Juliette Binoche und Isabelle Huppert in Berlin erwartet oder Amanda Seyfried, Lars Eidinger, Birgit Minichmayr und Sandra Hüller. Sie spielt die Hauptrolle im Film „Rose“ des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer. Das Historiendrama ist im 17. Jahrhundert angesiedelt und erzählt von einer Frau, die sich als männlicher Soldat verkleidet.

Popstar Charli XCX als Schauspielerin

Den größten Hype wird es aber vermutlich um die britische Sängerin Charlie XCX geben. Sie spielt in „The Moment“ mit, einer Satire über das Musikgeschäft, in der auch Kylie Jenner zu sehen sein wird. Beide werden in Berlin erwartet.

Und es gibt auch eine, wenn man so will, Wiedergutmachung auf der Berlinale. Denn im Wettbewerb läuft der Film „Gelbe Briefe“ von Regisseur Ilker Çatak, in dem es um ein türkisches Künstlerpaar aus der Theaterszene in Ankara/Istanbul geht. Çataks letzter Film „Das Lehrerzimmer“, der sogar für einen Oscar nominiert war, schaffte es vor zwei Jahren zum Unverständnis vieler Kritiker nicht in den Wettbewerb, sondern lief „nur“ in einer Nebenreihe – was ihn aber dann nicht daran hinderte, seinen internationalen Erfolgskurs einzuschlagen.

Präsident der Berlinale-Jury ist in diesem Jahr der 80-jährige Wim Wenders. Der Regisseur, Autor und Fotograf zählt zu den großen Stimmen des internationalen Kinos. Seit sechs Jahrzehnten bereichert er die Filmwelt, darunter mit vier oscarnominierten Werken. 2015 erhielt er den Berlinale-Ehrenpreis.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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