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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Epstein-Files: Musiker wollen Konsequenzen für Manager Wasserman
Kultur

Epstein-Files: Musiker wollen Konsequenzen für Manager Wasserman

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 12. Februar 2026 16:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Die jüngsten Enthüllungen um prominente Kontakte des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein betreffen auch die Musikwelt. Unter den Millionen vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten befinden sich vertraute E-Mails des Event- und Musikmanagers Casey Wasserman an die wegen Menschenhandel verurteilte Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell. „Ich denke die ganze Zeit an dich. Was muss ich tun, um dich in einem engen Lederoutfit zu sehen?“, heißt es etwa in einer an Maxwell addressierten E-Mail Wassermans.

Inhaltsübersicht
Scharfe Kritik aus der MusikszeneKein Einzelfall?

Der 51-jährige Casey Wasserman ist Gründer der gleichnamigen Entertainment-Agentur, die weltweit Stars aus Sport, Film und Musik betreut. Außerdem ist er Präsident des Komitees, das die Olympischen Sommerspiele in LA 2028 organisiert. Einige der bei Wassermans Musiksparte unter Vertrag stehende Künstler haben sich nun öffentlich gegen den Gründer gestellt, am prominentesten wohl Chappell Roan. „Ich weigere mich, tatenlos zuzusehen“, schrieb sie in einem Instagram-Statement und verkündete ein Ende der Zusammenarbeit mit Wasserman. „Ich halte an meine Teams höchste Standards und habe auch die Pflicht, sie zu schützen“, begründet Roan den Schritt.

Scharfe Kritik aus der Musikszene

Wasserman Music hat die Liste der mit ihnen zusammenarbeitenden Acts offline genommen; laut Spiegel-Magazin zählen dazu unter anderem große Namen wie Ed Sheeran, Coldplay, Kendrick Lamar, Blur und Turnstile. Ihre Stimme erhoben haben neben Chappell Roan die Bands Dropkick Murphys, Water From Your Eyes, Wednesday und Best Coast, deren Sängerin Bethany Cosentino deutliche Worte fand: „Ich mache den Mund auf, weil es nicht normal ist, so zu tun, als wäre das hier normal. Leute an der Macht können nicht weiter mit allem durchkommen“, heißt es in einem offenem Brief der Musikerin. Darin fordert Cosentino Wasserman zum Rücktritt und seine Agentur zur Namensänderung auf. Denn die Künstlerinnen und Künstler seien „müde, solche Skandale zu schlucken“ und immer wieder zu sehen, wie Männer, die Geld und Zugänge kontrollieren, begnadigt würden.

Sowohl Roan als auch Cosentino beziehen die Kritik dabei nur auf Casey Wasserman selbst, nicht auf die Angestellten seiner Agentur, mit denen sie direkt zusammengearbeitet haben. Wasserman selbst verteidigte sich in einem Statement: „Ich bedaure meine Korrespondenz mit Ghislaine Maxwell zutiefst.“ Diese habe „lange stattgefunden, bevor ihre schrecklichen Verbrechen bekannt wurden“. Zu Jeffrey Epstein habe er „niemals eine persönliche oder geschäftliche Beziehung“ gehabt.

In ihrem Statement geht Beth Cosentino auch auf Wassermans Reaktion ein. „Reue ohne Verantwortung zu übernehmen“ sei nur „Schadensbegrenzung“ und Ghislaine Maxwell kein neutraler Charakter in einer „messy Story“ – sondern einer verurteilte Menschenhändlerin, die den Missbrauch von Minderjährigen mitermöglicht hat.

Kein Einzelfall?

Die Enthüllungen in den Epstein-Akten erhöhen auch intern den Druck auf Casey Wasserman. Laut dem Magazin „The Wrap“ (externer Link; möglicherweise Bezahl-Inhalt) haben viele Agenten namhafter Künstler, darunter wohl auch die von Coldplay, ihrem CEO ein Ultimatum gestellt: Er solle ihnen Anteile der Wasserman-Agentur verkaufen, damit sie anschließend der Firma ein Rebranding geben und den Namen ändern können. Wasserman stimmte dem bisher nicht zu. Bereits im Jahr 2024 gab es Vorwürfe, dass Wasserman Affären mit einigen seiner Mitarbeiterinnen gehabt haben soll. Die Sängerin Billie Eilish beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit der Agentur, weitere Konsequenzen gab es nicht.

Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe in der Musikindustrie sind kein Einzelfall. 2014 klagte die Sängerin Kesha gegen ihren damaligen Produzenten Dr. Luke und beschuldigte ihn der Vergewaltigung sowie der körperlichen und seelischen Misshandlung. In Deutschland lösten die Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann sowie die Initiative #Deutschrapmetoo eine breitere Debatte über sexuelle Übergriffe in der Musikbranche aus.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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