Die enttäuschende Premiere von Amazons Rufus
Doch nicht alle Shopping-Assistenten sind so nützlich wie man erwarten würde. Amazon hat kürzlich seinen KI-Chatbot „Rufus“ vorgestellt, der Kunden beim Einkauf beraten soll. Im Test des KI-Podcasts zeigt sich: Obwohl der Bot Zugriff auf die komplette Einkaufshistorie haben könnte, bleiben seine Empfehlungen überraschend oberflächlich. Statt personalisierter Vorschläge kommen generische Tipps wie „Wie wäre es mit einem Bilderrahmen zu Weihnachten?“ oder „Gartenwerkzeug ist immer beliebt“ – selbst wenn man noch nie etwas in dieser Richtung gekauft hat.
Zwischen Personalisierung und Manipulation
Doch während die aktuellen Chatbots manchmal noch hilflos wirken, stellt sich bereits die Frage, in welche Richtung sich die Entwicklung bewegen wird. Werden die KI-Systeme der Zukunft wirklich darauf ausgelegt sein, uns bei der Kaufentscheidung zu helfen – oder eher darauf, uns möglichst viele Produkte zu verkaufen?
Einen Vorgeschmack darauf, wie stark digitale Plattformen das Kaufverhalten beeinflussen können, gibt es bereits: Die Shopping-App Temu etwa hat ihre Nutzeroberfläche perfektioniert, um Kaufimpulse auszulösen. Ständig blinkt und leuchtet etwas Neues, Countdown-Timer suggerieren Dringlichkeit, ausgeklügelte Rabattsysteme locken mit vermeintlichen Schnäppchen – und das ganz ohne KI. Die Frage ist: Was passiert erst, wenn diese Art von digitaler Verkaufspsychologie mit der personalisierten Ansprache moderner Sprachmodelle kombiniert wird?
Die Zukunft des Online-Shoppings
Die ersten KI-Shopping-Assistenten mögen noch holprig sein – doch sie sind nur der Anfang einer Entwicklung, die den Online-Handel grundlegend verändern könnte. Optimisten hoffen auf intelligente Helfer, die uns die mühsame Produktsuche abnehmen und vor Fehlkäufen bewahren. Die Realität wird vermutlich irgendwo in der Mitte liegen: zwischen hilfreicher Unterstützung und subtiler Beeinflussung.