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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Allianz: Hitzesommer hat deutsche Wirtschaftsleistung gesenkt
Wirtschaft

Allianz: Hitzesommer hat deutsche Wirtschaftsleistung gesenkt

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 24. September 2026 08:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Die Hitzewelle dieses Sommers hat die europäische Wirtschaftsleistung für das laufende Jahr nach Erhebungen des Versicherungskonzerns Allianz um 113 Milliarden Euro reduziert. Deutschland liegt demnach mit geschätzten Einbußen von 25 Milliarden auf Platz zwei hinter Italien mit 28 Milliarden Euro, wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte. An dritter Stelle steht Frankreich mit einer geschätzten Minderung des Bruttoinlandsprodukts um 20 Milliarden Euro. 

Inhaltsübersicht
Bei großer Hitze wird weniger gearbeitet Deutschland durch „klimabedingte Schäden“ besonders betroffenAuch „El Niño“ beeinflusst das BIP

Bei großer Hitze wird weniger gearbeitet 

Als wirtschaftliche Einbußen zählen dabei Produktionsausfälle und geringere Wertschöpfung, bedingt durch geringere Arbeitsproduktivität sowie längere Pausen und Fehlzeiten. Die europaweiten Einbußen dürften den Schätzungen zufolge auf insgesamt ein knappes halbes Prozent der für dieses Jahr erwarteten Wirtschaftsleistung summieren. 

Beteiligt an dem erstmals berechneten „Climate Risk Tracker“ waren die Volkswirte und Fachleute des international tätigen Kreditversicherers Allianz Trade in Hamburg und der deutschen Sachversicherung. Grundlage sind auf der einen Seite Wetter- und Schadendaten, auf der anderen die Modellierung der erwarteten ökonomischen Auswirkungen. 

Deutschland durch „klimabedingte Schäden“ besonders betroffen

Neben der hitzebedingten Minderung der Wirtschaftsleistung stehen die Schäden, die durch Unwetter und andere Naturereignisse verursacht werden: Für Deutschland bezifferte die Allianz diese auf 50 Milliarden Euro in den vergangenen fünf Jahren. Die jährlichen Schäden waren demnach im Schnitt doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum der Jahre 2000 bis 2019. Im weltweiten Vergleich sei die Schadenssumme hingegen nur um 54 Prozent gestiegen.

„Deutschland ist von klimabedingten Schäden besonders stark betroffen“, sagte Frank Sommerfeld, Chef der Sachversicherung. Eine maßgebliche Ursache dafür sei, dass das in nördlichen Breiten gelegene Europa sich stärker erwärmt habe als andere Kontinente. An der Spitze der betroffenen Länder steht demnach Norwegen. Dort war die Durchschnittstemperatur 2025 den Angaben zufolge um gut 3,7 Grad höher als im Schnitt der Jahre 1950 bis 1970. Deutschland und Frankreich lagen mit einem Plus von gut 2 Grad im oberen Mittelfeld. 

Zudem, so die Allianz, seien in dicht besiedelten Ländern mit hoher Wirtschaftskraft die Schäden auch höher als in dünn besiedelten Regionen, in denen sich weniger Fabriken, Wohnhäuser, Autos und andere menschengemachte Werte befinden.

Auch „El Niño“ beeinflusst das BIP

Auch für das kommende Jahr sind die Fachleute des größten europäischen Versicherers nicht sehr zuversichtlich. Grund ist das Naturphänomen „El Niño“. Die alle paar Jahre wiederkehrende Erwärmung der Wassertemperaturen im Ostpazifik kann das Wetter an Land auch in weit entfernten Regionen beeinflussen. 

So erwartet die UN-Weltorganisation für Meteorologie überdurchschnittliche Wärme in weiten Teilen Südamerikas, im südlichen Afrika und in Australien. Auf dem indischen Subkontinent und im südlichen Mittelamerika dürfte demnach weniger Regen fallen als üblich. 

Wird 2027 „El Niño“-bedingt erneut ein sehr warmes Jahr, könnte das die Wirtschaftsleistung in den 144 untersuchten Ländern rund um den Globus der Studie zufolge um 392 Milliarden Euro mindern. Am stärksten getroffen wird demnach voraussichtlich China.

Mit Informationen von dpa

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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