Von einem „vollen Erfolg“ spricht Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) auf die Frage, wie sich das Online-Portal „Pflegefinder“ (externer Link) in den zwei Jahren seit seinem Start entwickelt hat. Jeweils vier von fünf ambulanten Pflegediensten, Tageseinrichtungen oder Pflegeheimen seien dort auffindbar.
Suche nach Pflegeplatz wird erleichtert
Hauptziel des Pflegefinders ist es, Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen aufwendiges Herumtelefonieren möglichst zu ersparen oder telefonische Anfragen wenigstens vorab durch eine Online-Suche zu erleichtern. Dieses Ziel werde oft erreicht, ist Gerlach überzeugt: „Über das Portal kann niederschwellig ein freier ambulanter oder stationärer Pflegeplatz in der Nähe gefunden werden. Das spart eine Menge Zeit und Nerven im Alltag.“
Die Online-Suche soll einen Überblick geben, welche Angebote in einem bestimmten Umkreis verfügbar sind. Die Suche kann auch nach besonderen Problemlagen eingeschränkt werden, wie etwa Demenz. Wenn eine Einrichtung angibt, dass sie freie Kapazitäten hat, ist eine Kontaktaufnahme grundsätzlich auch online möglich.
Nutzerzahlen des Pflegefinders steigen
Dazu müssen sich Interessenten allerdings registrieren. Von dieser Möglichkeit haben bislang aber nur rund 2.400 Menschen Gebrauch gemacht. Eine weit größere Zahl nutze die Informationen auf dem Portal, um dann per Telefon oder E-Mail bei Einrichtungen anzufragen, erklärt das Gesundheitsministerium.
Auch mit der Zahl der Nutzer ist das Ministerium zufrieden. Seit dem Start vor zwei Jahren seien auf dem „Pflegefinder“ rund 115.000 Seitenbesuche verzeichnet worden. Die Zahl der Aufrufe lag dabei im zweiten Jahr des Betriebs etwa doppelt so hoch wie im ersten Jahr. Vor allem eine Öffentlichkeitskampagne im vergangenen Frühjahr habe das Angebot bekannter gemacht, erklärt Gesundheitsministerin Gerlach.
Verbesserungswünsche vom VdK
Auch der Sozialverband VdK sieht positive Entwicklungen beim „Pflegefinder“. Es sei „sichtbar nachgebessert“ worden, erklärt der VdK auf BR-Anfrage. Aber beim VdK sind noch Wünsche offen. So fehlten weiterhin viele Angebote, die Pflege-Landschaft sei also bei weitem nicht vollständig abgebildet, kritisiert der Sozialverband. Und man stoße immer wieder auf Einträge, die über viele Monate hinweg nicht aktualisiert wurden, sagt Yvonne Knobloch, VdK-Ressortleiterin „Leben im Alter“.
Beim Start des „Pflegefinders“ hatte die Staatsregierung angekündigt, er solle eine bundesweite Vorreiter-Rolle einnehmen. In dieser Rolle sieht Bayerns Gesundheitsministerium ihn auch immer noch. Allerdings gebe es von der Bundesebene, also vom Gesundheitsministerium in Berlin, keine Bestrebungen für einen Roll-out über Bayern hinaus. Dem bayerischen Vorreiter-Projekt folgt also bisher niemand nach.

