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Wirtschaft

Darum sparen Bayern immer mehr – und welche Folgen das hat

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 16. Februar 2026 15:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Nur schauen und nichts kaufen. Oder essen gehen und nichts zu trinken bestellen. Einzelhändler und Gastronomen kennen solche Probleme. Denn sparsame Kundinnen und Kunden gibt es immer mehr. Sie sparen oft an Kleinigkeiten und heben sich größere Investitionen gerne für später auf.

Inhaltsübersicht
Bayern beim Sparen ganz vornHandelsverband beklagt fehlende Konsumlaune bei WohlhabendenSparneigung wie zuletzt 2008 während der FinanzkriseKonsumverzicht macht sich noch nicht auf Bankkonten bemerkbarSparen für die Altersvorsorge und schlechtere Zeiten

Bayern beim Sparen ganz vorn

Dabei könnten es sich Verbraucher in Bayern durchaus leisten, mehr Geld auszugeben. Denn sie legen einen vergleichsweise hohen Anteil ihres verfügbaren Einkommens zur Seite. Diese sogenannte Sparquote privater Haushalte bezifferte das Bayerische Landesamt für Statistik zuletzt auf 11,9 Prozent bzw. 3.858 Euro jährlich.

Damit nimmt Bayern bundesweit den Spitzenplatz ein, noch vor Baden-Württemberg und in weitem Abstand zu den ärmsten Bundesländern. In Sachsen-Anhalt sparen die Menschen pro Jahr nur 1.576 Euro bzw. 6,2 Prozent ihres Nettoeinkommens. 

Handelsverband beklagt fehlende Konsumlaune bei Wohlhabenden

Die Sparsamkeit der Konsumenten sei schon seit zwei Jahren ein Problem, beklagt der Handelsverband Bayern gegenüber BR24. „Die Leute, die Geld haben, legen es lieber auf die hohe Kante“, beschreibt Sprecher Bernd Ohlmann die schwierige Lage. Gerade bei größeren Anschaffungen mache sich eine zunehmende Bereitschaft zum Verzicht bemerkbar.

Ob neue Küchen, Wohnzimmereinrichtungen oder teure Fernseher, vieles sei nicht mehr so gefragt: „das merken wir schon ganz extrem“. Bedenklich sei die Entwicklung auch deshalb, weil das Geld bei dieser Kundschaft eigentlich vorhanden wäre. Es handle sich um Konsumenten, die nicht jeden Euro umdrehen müssten und durchaus mehr ausgeben könnten.

Sparneigung wie zuletzt 2008 während der Finanzkrise

Gründe für die erhöhte Sparneigung versucht das Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) zu finden. Rolf Bürkl leitet hier die Forschungen zum Konsumklima. Die Bereitschaft, Geld zur Seite zu legen und nicht für Konsumzwecke auszugeben, bewege sich derzeit auch in der langfristigen Betrachtung „auf einem sehr hohen Niveau“, so Bürkl im Gespräch mit BR24. Im Gegensatz dazu sei der Wunsch, Geld für Anschaffungen auszugeben, insbesondere für größere, „im Keller“. 

Ein zentrales Motiv seien “Rücklagen für Notfälle“. Auffallend sei dabei, dass Haushalte mit höherem Einkommen, diesen Grund sogar noch häufiger nennen würden als solche mit geringerem Einkommen. Hier wirke die hohe Inflation der vergangenen Jahre nach.  Die Verbraucher wollten ihre Kaufkraft durch Sparsamkeit nun wieder „auf das ursprüngliche Niveau“ bringen. Mittlerweile sei das Bedürfnis, Geld zur Seite zu legen, so hoch wie zuletzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008.

Konsumverzicht macht sich noch nicht auf Bankkonten bemerkbar

Noch ist allerdings unklar, wie sich das veränderte Konsumverhalten auf die Sparkonten auswirkt. Es fließe jedenfalls nicht mehr Geld auf Konten, so der Sparkassenverband Bayern gegenüber BR24.  Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband bestätigt diese Einschätzung. In der längerfristigen Betrachtung sei die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland derzeit als durchschnittlich einzustufen. Die letzten großen Ausreißer nach oben und unten habe es während und nach der Corona-Krise gegeben.

Gespartes Geld landet allerdings nicht nur auf Sparkonten. Es kann auch zur Tilgung von Krediten eingesetzt oder beispielsweise in Aktien, Investmentfonds oder Edelmetalle wie Gold oder Silber investiert werden.

Sparen für die Altersvorsorge und schlechtere Zeiten

Warum die Deutschen mehr sparen, beschreibt der sogenannte „Sparklimaindex“ des Verbands privater Bausparkassen. Dieser wird regelmäßig vom Marktforschungsinstitut Kantar erstellt. Demnach ist der Anteil der Sparer in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren von rund 41 auf gut 47 Prozent gestiegen.

Wichtigster Treiber dieser Entwicklung: Immer mehr Menschen wollen für ihr Alter vorsorgen. Auch der Anteil derer, die künftig mehr sparen wollen, ist von gut acht auf über 14 Prozent angewachsen. Das Motiv dahinter: Die meisten wollen einen „Notgroschen“ bilden sowie eine „Reserve“ für schlechtere Zeiten und berufliche Veränderungen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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