In Deutschland werden in diesem und im nächsten Jahr weniger Menschen arbeiten als in den Jahren zuvor. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg in seiner heute veröffentlichten Herbstprognose voraussagt, werde die Zahl der Erwerbstätigen 2026 um 210.000 und im kommenden Jahr noch einmal um 140.000 Personen sinken.
Beschäftigung sinkt wegen demografischem Wandel
Die Erwerbstätigkeit schrumpft dabei, obwohl den IAB-Berechnungen zufolge die Wirtschaft sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr leicht wachsen werde. Grund für den Beschäftigungsrückgang sei daher nicht die Konjunktur, sondern der demografische Wandel. Die Zuwanderung gleiche die hohe Zahl von Menschen, die in Rente gehen, nicht mehr aus.
290.000 weniger Beschäftigte im produzierenden Gewerbe
Je nach Branche verläuft die Entwicklung dabei sehr unterschiedlich: Während im produzierenden Gewerbe dem IAB zufolge in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt 290.000 Menschen weniger arbeiten werden, steigt die Beschäftigung im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit um 320.000 Personen. Grund dafür seien vor allem der Ausbau der Kinderbetreuung und die Alterung der Gesellschaft.
Trotz Trendwende: Drei Millionen Arbeitslose bis 2027
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte zu einem Ende kommen“, prognostiziert IAB-Forscher Enzo Weber. Er rechnet im Jahresdurchschnitt 2026 mit 50.000 Arbeitslosen mehr als im Vorjahr, für 2027 erwartet er dann noch einen Anstieg um 20.000. Damit läge die Zahl der Arbeitslosen dann bei 3,018 Millionen.

