Die Computerspielemesse GG Bavaria in München ist zum einen Entertainment für Gamer, aber auch eine Leistungsshow bayerischer Entwicklerstudios. Neben vielen Live-Aktionen wie Cosplay oder einer eigenen Künstlergasse stehen die ausstellenden Studios im Mittelpunkt – von etablierten Unternehmen bis zu jungen Indie-Teams. Die Besucher können an rund 50 Anspielstationen Games testen – dieses Jahr sogar einen Tag länger als in den vergangenen Jahren.
Virtueller Reitstall
Bei „Horses of Hoofprint Bay“ aus den „thogli studios“ mit Sitz in Fürstenfeldbruck geht es zum Beispiel um das Managen eines virtuellen Reitstalls: Fohlen züchten, sich um die Pferde kümmern oder sich auf Wettbewerbe vorbereiten. Besonderheit auf der GG Bavaria: Man kann das Spiel auf einem Reitsimulator aus dem Sattel steuern.
Schräge Typen im Weltraum-Hotel
Auch einige Premieren sind auf der Messe zum Anspielen vorbereitet: In „11SXXE – Deadly Temples of Peril“ zum Beispiel ist das Ziel, einer Gruppe zu helfen, die mit ihrem Flugzeug auf einer einsamen Insel abgestürzt ist und sich in einer tödlichen Umgebung behaupten muss.
In „The Lost Hotel“ geht es um ein Weltraumhotel und dessen intergalaktische Gäste, das in einer Zeitschleife gefangen ist. Das Spiel hat eine Games-Entwicklerin, die sich „pixlerin“ nennt, ganz alleine auf die Beine gestellt.
Horror versteckt in Audiofiles
Sehr fantasievoll ist auch der Ansatz von „Imprinted“ von Cobalt Lane mit Sitz in München: Als Forensik-Spezialist für Audios sollen Kassetten aus den 70er-Jahren restauriert werden. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Aufnahmen verbergen ein schreckliches Geheimnis. Atomic Age von Rambit Games ist ein klassisches Point-and-Klick-Adventure, das das Genre ironisch thematisiert. Und Warding Witches des Münchner Studios Sonorode liefert ein Bullet-Hell-Spiel mit Geballer ohne Ende.
Bayern ist Games-Standort Nummer eins in Deutschland
Diese und viele weitere Spiele auf der GG Bavaria sind Teil der Games-Initiative der bayerischen Staatsregierung. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des bayerischen Staatsministeriums für Digitales rund 2,4 Millionen Euro über den FFF Bayern direkt in die Games-Förderung geflossen. Zählt man die Standortinitiativen für Games und für Extended Reality dazu, lag die Gesamtsumme bei 4,4 Millionen Euro. Nach Angaben des Branchenverbandes Game war Bayern im vergangenen Jahr damit der Games-Standort Nummer eins in der Bundesrepublik.
Für das Jahr 2026 soll die Förderung weiter angehoben werden: Die Gesamtinvestitionen sollen auf rund 9,4 Millionen Euro brutto steigen. Davon sollen mindestens vier Millionen in die klassische Games-Förderung fließen.
Hintergrund der Gamesförderung ist, dass die Branche meist mit der neuesten Technologie arbeitet. Daraus entstehen Fachwissen und Fachkräfte, mit positiven Auswirkungen in viele andere Wirtschaftsbereiche.
Games als Innovationstreiber für Technologie, Kultur und Wirtschaft
Das Engagement des Ministeriums zeigt sich auch direkt auf der GG Bavaria: In einer eigenen Abteilung finden unter Schirmherrschaft von Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) Workshops oder Coachings für Games-Entwickler statt.
Bayerische Universitäten stellen entsprechende Studiengänge vor und mehrere Studios zeigen ihre neuesten Entwicklungen. „Wir investieren gezielt in die kreativen Köpfe unseres Landes, um uns neue Wachstumsmärkte zu erschließen und Bayern dauerhaft an die Spitze der digitalen Wertschöpfung zu führen“, so Mehring in einer Pressemitteilung.

