WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
  • Home
  • Wirtschaft
    Wirtschaft
    Die Kategorie „Wirtschaft“ in der WirtschaftsRundschau bietet umfassende Berichterstattung und Analysen zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen. Hier finden Leser aktuelle Informationen zu Finanzmärkten, Unternehmensentwicklungen, Wirtschaftspolitik…
    Mehr laden
    Top Schlagzeilen
    Börsen-Ticker: DAX verliert, im Fokus Douglas und Aroundtown
    29. Mai 2024
    Nächste Förderrunde für Heizungstausch gestartet
    29. Mai 2024
    Unternehmen in Schieflage: Stadt Kelheim hilft Faserhersteller
    29. Mai 2024
    Neuste Schlagzeilen
    Kanzler Merz auf Handwerksmesse – Wirtschaft fordert Reformen
    6. März 2026
    Mehr als vier Prozent: Warum die Renten so schnell steigen
    6. März 2026
    BR24live: Fachkräftemangel – Merz trifft Wirtschaft in München
    6. März 2026
    Das sollten Sie zur neuen Benzinsorte E20 wissen
    6. März 2026
  • Netzwelt
    NetzweltMehr laden
    Paramount kauft Warner: Was heißt das für Film- und Serien-Fans?
    6. März 2026
    Portal bietet Wetten auf Deutsche-Bahn-Verspätungen an
    5. März 2026
    Influencer in Dubai: Warum posten alle das Gleiche zum Krieg?
    4. März 2026
    Glasfaser: Braucht das wirklich JEDER?
    4. März 2026
    Paramount kauft Warner: Was heißt das für Film- und Serien-Fans?
    3. März 2026
  • Wissen
    WissenMehr laden
    Wie und wann schneidet man Hortensien zurück? Die besten Tipps
    6. März 2026
    Wie schädlich ist Saharastaub für uns?
    6. März 2026
    EU entscheidet: Veggie-Schnitzel ja, Tofu-Rippchen nein
    6. März 2026
    Zuckerfasten: Was der Verzicht auf Zucker der Gesundheit bringt
    5. März 2026
    Jagd auf den Wolf: Das steht im neuen Gesetz
    5. März 2026
  • Kultur
    KulturMehr laden
    Kollegah alias Felix Blume: Absage von München-Konzert gefordert
    6. März 2026
    MeToo-Debatte im Techno: Auch bayerische Szene im Fokus
    6. März 2026
    Neues Harry Styles Album: Wie eine Nacht allein im Club
    6. März 2026
    „Niemand ist unantastbar“: Putin beunruhigt mit Verhaftungswelle
    6. März 2026
    Fragliches Vorgehen: Wolfram Weimer und der Buchhandelspreis
    5. März 2026
  • Lesezeichen
Gerade: Klagen drohen – Anlegeranwälte nehmen BayWa und PwC ins Visier
Teilen
Benachrichtigungen
Schriftgröße ändernAa
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
Schriftgröße ändernAa
  • Wirtschaft
  • Wissen
  • Kultur
  • Netzwelt
  • Home
  • Wirtschaft
  • Netzwelt
  • Wissen
  • Kultur
  • Lesezeichen
WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Klagen drohen – Anlegeranwälte nehmen BayWa und PwC ins Visier
Wirtschaft

Klagen drohen – Anlegeranwälte nehmen BayWa und PwC ins Visier

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 20. Dezember 2024 08:51
Von Christin Freitag
Teilen
8 min. Lesezeit
Teilen

 

Das Geschäftsjahr 2023 lief miserabel für die BayWa: Erstmals in seiner Firmengeschichte machte der Agrarkonzern Verlust. Für die Aktionäre gab es keine Dividende. Trotzdem verbreitete der damalige Vorstandsvorsitzende Marcus Pöllinger Mitte Juni 2024 auf der Hauptversammlung Optimismus: Eine neue Strategie mache den Konzern „stark und zukunftsfest“. Nur vier Wochen später musste der BayWa-Vorstand einräumen: Deutschlands größter Agrarkonzern ist ein Sanierungsfall.

Inhaltsübersicht
Anwälte bereiten Klagen gegen BayWa und Wirtschaftsprüfer PwC vorHat die BayWa finanzielle Risiken richtig dargestellt?PwC hat uneingeschränktes Testat erteiltApril 2024: BayWa scheitert zweimal bei der Platzierung von AnleihenHätte die BayWa früher über Risiken der Finanzierung informieren müssen?Hat das Management versagt?

Um die BayWa vor drohender Zahlungsunfähigkeit zu retten, stellten Banken und Eigentümer mehr als eine Milliarde Euro frisches Kapital zur Verfügung. Vorstandschef Pöllinger musste gehen, für Finanzchef Andreas Helber ist im Frühjahr 2025 Schluss. Um Schulden abzubauen, sind tiefe Einschnitte notwendig: Die ausländischen Tochterfirmen stehen zum Verkauf. Übrig bleibt das Kerngeschäft um die Bereiche Agrar und Baustoffe. Der Umsatz wird dadurch bis 2027 massiv schrumpfen – von in diesem Jahr rund 23 Milliarden Euro auf 8 Milliarden.

Anwälte bereiten Klagen gegen BayWa und Wirtschaftsprüfer PwC vor

Wie konnte es so schnell so weit kommen? Das fragen sich zahlreiche Aktionäre, die mit dem Kurssturz der BayWa-Aktie Geld verloren haben. Bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) hätten sich mehr als tausend Anleger gemeldet, berichtet DSW-Vizepräsidentin und Rechtsanwältin Daniela Bergdolt. Die Schutzvereinigung hätte bereits einen Prozessfinanzierer gefunden, der Klägern das finanzielle Risiko abnehme.

Die Anleger-Schutzvereinigung wirft der BayWa vor, sie habe die Öffentlichkeit zu spät über die angespannte finanzielle Lage des Konzerns informiert, als die Zinsen stiegen: „Dann gibt es eine Verpflichtung des Unternehmens, über dieses Risiko zu berichten“, sagt Bergdolt dem BR.

Auch der Münchener Anwalt Peter Mattil bereitet sich auf mögliche Klagen vor. Der Experte für Kapitalmarktrecht hält die Schilderungen der BayWa für unglaubwürdig, wonach sich die Lage des Konzerns innerhalb weniger Wochen zugespitzt habe. „Das ist immer eine Entwicklung von mehreren Jahren“, sagt er. Wie die Schutzvereinigung will auch Mattil zusätzlich die Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) ins Visier nehmen: „Eine Prüfung bedeutet nicht, dass man sich vom Vorstand berichten lässt und eine Zigarre raucht und einen Stempel drunter setzt. Wenn sie da oberflächlich waren, haften die auch.“ Bei der BayWa war PwC seit 2021 als Abschlussprüfer tätig.

Hat die BayWa finanzielle Risiken richtig dargestellt?

Der Fall BayWa hat auch die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Im November teilte sie mit, es lägen „konkrete Anhaltspunkt““ vor, dass die BayWa „gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat“. Die Bafin prüft deshalb, ob der Agrarkonzern im Geschäftsbericht 2023 seine Finanzlage richtig dargestellt und Risiken bei der Refinanzierung angemessen beschrieben hat. Aufgrund „gesetzlicher Verschwiegenheitsplicht“ kann sich die BaFin auf Anfrage von BR Recherche zu dem konkreten Fall nicht weiter äußern.

Für Prof. Hansrudi Lenz, der bis vor Kurzem an der Universität Würzburg Wirtschaftsprüfung gelehrt hat, ist auffällig, dass bei der BayWa mehrere Faktoren zusammenkamen: „Sehr hohe Verschuldung, sehr hohe Zinszahlungen, gleichzeitig Schwierigkeiten im operativen Geschäft.“ Insbesondere sei bei der BayWa über Jahre hinweg nicht genügend Geld in der Kasse geblieben, um Investitionen, Zinsen oder die Auszahlung von Dividenden zu finanzieren. Der sogenannte operative Cashflow sei schwach gewesen, analysiert Lenz. Daher sei die BayWa auf fremdes Kapital wie Kredite oder Anleihen angewiesen gewesen, was bei hoher Verschuldung und steigenden Zinsen ein enormes Risiko darstelle.

Diese Zusammenhänge habe die BayWa nicht angemessen im Jahresabschluss beschrieben: „Entweder hatten die ein ganz schlechtes Risikomanagement, dann war die Darstellung des Risikomanagements im Risikobericht falsch, weil da alles sehr positiv dargestellt wird. Oder man hat das intern schon gesehen, dann hat man das eben nicht angemessen berichtet.“ Auf Anfrage teilt die BayWa mit, „der Jahresabschluss 2023 wurde nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben erstellt“.

PwC hat uneingeschränktes Testat erteilt

Hätten die Wirtschaftsprüfer diese Risiken sehen müssen? PwC hätte prüfen müssen, „ob diese niedrige Einstufung des Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiko korrekt ist im Lagebericht. Die Abschlussprüfer haben ja alle Möglichkeiten“, so Hansrudi Lenz. PwC hatte aber nichts zu bemängeln: Den Jahresabschluss 2023 haben die Prüfer Ende März 2024 uneingeschränkt testiert.

Während die BaFin das Agieren der BayWa unter die Lupe nimmt, hat die Aufsichtsstelle für Abschlussprüfer (APAS) berufsrechtliche Ermittlungen gegen PwC eingeleitet. Diese unterstützt PwC nach eigenen Worten „vollumfänglich“. Weiter kommentiert PwC das nicht. Es sei ein laufendes Verfahren, so PwC auf BR-Anfrage.

April 2024: BayWa scheitert zweimal bei der Platzierung von Anleihen

Wie schwierig für die BayWa die Beschaffung von frischem Kapital gewesen ist, hat sich im April 2024 gezeigt: Damals versuchte die BayWa, eine Anleihe über 250 Millionen Euro zu platzieren. Doch das Interesse der Investoren war offenbar gering. Am 22. April 2024 stoppte die BayWa das Vorhaben. Später erklärte Finanzchef Andreas Helber im Interview mit dem Finanzportal echtgeld.tv, dass „die Attraktivität für die BayWa-Anleihe nicht gegeben war“.

Nach BR-Informationen hat die BayWa Ende April nochmals versucht, sich frisches Kapital zu besorgen – über eine Privatplatzierung einer Anleihe im genossenschaftlichen Sektor. Doch auch dieser Versuch, sich Geld zu besorgen, misslang. Die BayWa will sich dazu und zu weiteren Fragen nicht äußern, da man „aufgrund laufender Verfahren“ Einzelheiten nicht kommentieren könne.

Hätte die BayWa früher über Risiken der Finanzierung informieren müssen?

Prof. Hansrudi Lenz meint, die BayWa hätte den Kapitalmarkt über die gescheiterten Anleihen informieren müssen, da es sich um eine „kursrelevante Insider-Informationen“ gehandelt habe. Rechtswalt Mattil sieht darin ein Alarmzeichen: „Wenn man zweimal hintereinander versucht, Geld am Markt zu besorgen, das offensichtlich dringend gebraucht wird und auch Banken da nicht mehr einsteigen wollen, dann sieht man auch so ein bisschen die Verzweiflung, die da schon geherrscht hat.“ Von den Finanzierungsproblemen erfahren die Anleger weder bei der Veröffentlichung der BayWa-Quartalzahlen am 6. Mai 2024 noch auf der Hauptversammlung am 11. Juni.

Hat das Management versagt?

Kurz darauf, am 12. Juli, stellte der Agrarkonzern eine „angespannte Finanzierungslage“ fest. Wie das so schnell und für viele Anleger überraschend geschehen konnte, dazu schreibt die BayWa erst im Herbst: Es habe „binnen weniger Wochen im Juni 2024“ starke Kapitalabflüsse gegeben. Auch seien „Einzahlungen aus dem operativen Bereich“ nicht erfolgt. Dies wäre im März 2024 nicht absehbar gewesen.

„Das wäre Aufgabe des Managements gewesen, eines guten Risikomanagements, diese Krise zu meistern und zu bewältigen. Dass das Management versagt hat, ist ganz offensichtlich“, entgegnet darauf Hansrudi Lenz. Jetzt ist die BayWa ein Sanierungsfall und muss massiv schrumpfen. Mindestens 1.300 Beschäftigte werden ihren Job verlieren.

 

Dir gefällt vielleicht

Kanzler Merz auf Handwerksmesse – Wirtschaft fordert Reformen

Mehr als vier Prozent: Warum die Renten so schnell steigen

BR24live: Fachkräftemangel – Merz trifft Wirtschaft in München

Das sollten Sie zur neuen Benzinsorte E20 wissen

Gestiegene Spritpreise: Sind sie in Deutschland besonders hoch?

Diesen Artikel teilen
Facebook Twitter Whatsapp Whatsapp Link kopieren Drucken
Was denken Sie?
Liebe0
Traurig0
Glücklich0
Wütend0
Avatar-Foto
Von Christin Freitag
Follow:
Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
Vorheriger Artikel Autoindustrie: Scholz will Klima-Strafzahlungen abwenden
Nächster Artikel 21 Milliarden für Bundeswehr: Aufträge gehen auch nach Bayern
Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Letzte Beiträge

Kollegah alias Felix Blume: Absage von München-Konzert gefordert
Kultur 6. März 2026
Kanzler Merz auf Handwerksmesse – Wirtschaft fordert Reformen
Wirtschaft 6. März 2026
Mehr als vier Prozent: Warum die Renten so schnell steigen
Wirtschaft 6. März 2026
MeToo-Debatte im Techno: Auch bayerische Szene im Fokus
Kultur 6. März 2026
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
© 1984-2025 WirtschaftsRundschau. Alle Rechte vorbehalten.
  • Meine Lesezeichen
  • Kontakt
  • Datenschutz
Welcome Back!

Sign in to your account


Lost your password?