Wegen eines Streiks von Piloten und Flugbegleitern der Lufthansa sind allein in Frankfurt und München mehrere hundert Flüge der größten deutschen Fluggesellschaft ausgefallen. Insgesamt fielen laut der Airline fast 800 Flüge aus. „Betroffen sind rund 100.000 Fluggäste“, teilte die Airline mit. Der ganztägige Arbeitskampf der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo treffe die Passagiere extrem hart und unverhältnismäßig.
300 annullierte Flüge in München
Der Flughafen München sprach am Vormittag von insgesamt 300 annullierten Starts und Landungen. Das ist etwa ein Drittel der 920 für Donnerstag geplanten Flugbewegungen aller Airlines.
Fluggäste sollten vor allem auf digitalen Wegen informiert werden. Der Münchner Flughafen ist nach Frankfurt das zweite Drehkreuz der Lufthansa für den internationalen Flugverkehr. Für Freitag erwartete der Flughafen München wieder einen normalen Betrieb.
Weitere Aktionen nicht ausgeschlossen
Weitere Protestaktionen in der Zukunft sind nicht ausgeschlossen: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob dieser Warnstreik der letzte sein wird“, sagte Ufo-Chef Joachim Vazquez Bürger am Münchner Flughafen. „Das kommt darauf an, wie das Management auf diesen Streik reagiert. Sollte da ein Umdenken stattfinden, werden wir jederzeit an den Verhandlungstisch zurückkehren.“
Die laufenden Streiks wertete Vazquez Bürger gegenüber dem BR als positiv. Er sei zuversichtlich, dass der Großteil der Kollegen sich beteilige. Zugleich entschuldigt er sich für die Unannehmlichkeiten bei den Passagieren und bei den Mitarbeitenden am Boden: „Aber ein Streik ohne Auswirkungen ist eben auch kein Streik, der wirklich eine Wirkung entfaltet.“ Die Arbeitsniederlegungen verteidigte er als „Ultima Ratio“.
Unter anderem höhere Betriebsrenten gefordert
Die rund 4.800 Piloten streiken bei Lufthansa und der Frachttochter Lufthansa Cargo für höhere Betriebsrenten. Die Flugbegleiter wollen mit einem Warnstreik Tarifverhandlungen zu mehreren Themen erzwingen. Hier hat die Gewerkschaft Ufo auch das Personal der von der Schließung bedrohten Regionaltochter Lufthansa Cityline zum Ausstand aufgerufen. Der Vorstand hat die Forderungen zurückgewiesen. Andere Konzerngesellschaften sollen nicht bestreikt werden.
Mit Informationen von dpa und Reuters.

