Eine alte Regel besagt: Winterreifen sollte man von Oktober bis Ostern aufziehen. Wer sich daran hält und feststellt, dass er neue Winterreifen für sein Fahrzeug braucht, sollte genau hinschauen – vor allem bei Modellen für Kleinwagen, wie ein aktueller Test des ADAC zeigt.
Kleinwagen-Testsieger mit Gesamtnote „gut“
Gute Winterreifen für kleinere und mittlere Modelle sind dem Test nach selten. Untersucht wurden 32 Modelle in zwei Größen: 185/65 R15 für Kleinwagen und 225/50 R17 für Mittelklassewagen. Getestet wurde auf trockener, nasser, Schnee- und Eisfahrbahn. Daneben achtete der ADAC auch auf Umweltfaktoren wie Abrieb, Laufleistung und Effizienz.
Das Fazit für Kleinwagen fällt dabei ernüchternd aus. Gerade einmal zwei der 16 Reifen schafften die Gesamtnote „gut“. Testsieger war der Continental WinterContact TS 870 mit einer 2,2. Dahinter folgte der Michelin Alpin 7 (2,5).
Drei Modelle fallen beim Test durch
Neun von 16 Kleinwagen-Reifen sind dagegen nicht zu empfehlen, wie es beim ADAC heißt. Und drei – chinesische – Modelle fielen gleich ganz durch. Die Reifen Sunny Winter-max NW611, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S bekamen je ein „mangelhaft“. Bereits ein früherer Test hat gezeigt, dass vor allem bei den günstigsten Modellen die Qualität häufig schlecht ist.
ADAC-Sprecher Fabian Fährmann nennt zwei Hauptprobleme: Viele Kleinwagenreifen sind seinen Worten nach „unausgewogen“. Manche überzeugen nur auf einer trockenen Fahrbahn, andere nur auf einer nassen und wieder andere sind bei beiden Streckenverhältnissen schwach. Und sie halten zum Teil auch nicht so lange.
Laufleistung einiger Modelle enttäuscht
Im Schnitt lag die Laufleistung bei Kleinwägen bei rund 31.000 Kilometern. Das schwächste Modell von Bridgestone kam allerdings nur auf knapp 20.000 Kilometer. Beim Automobilclub weist man daraufhin, dass die Laufleistung bei den Reifen für Mittelklassewagen deutlich höher liegt: bei im Schnitt rund 45.000 Kilometern.
Mittelklassereifen: Gesamtergebnis besser
In der größeren getesteten Dimension 225/50 R17 fällt das Bild deutlich gemischter aus. Es gab mehrere Modelle mit guten Noten, aber auch mehr, die mangelhaft waren. Testsieger war der Pirelli Cinturato Winter 3 (2,2), der besonders auf nasser Fahrbahn überzeugte. Dicht dahinter der Continental TS 870 (2,3). Ein „gut“ bekamen auch der Goodyear UltraGrip Performance 3 und der Michelin Alpin 7. Doch es gab hier auch sechs „mangelhafte“ Reifen. Und auch hier kritisierten die Tester die fehlende Ausgewogenheit.
Der ADAC rät: Vielfahrer sollten neben Fahrsicherheit auf hohe Laufleistung und geringen Abrieb achten. Winterreifen sollten nicht älter als acht Jahre sein und rechtzeitig vor vier Millimetern Profiltiefe gewechselt werden – denn mit sinkender Profiltiefe sinkt die Sicherheit.

