Ein Betrieb – eine Gewerkschaft: So leicht wie manch anderes Unternehmen würde sich die Lufthansa das Tarifgeschäft wohl wünschen. So leicht ist es aber bei Deutschlands größter Fluggesellschaft nicht.
Seit langem verhandelt die Vereinigung Cockpit mit ihr über die Konditionen für die Pilotinnen und Piloten. Für das Kabinenpersonal fühlt sich UFO zuständig, die Unabhängige Flugbegleiter Organisation. In Konkurrenz zu beiden tritt die Gewerkschaft Verdi an – mit Schwerpunkt beim Bodenpersonal. Für Fluggäste der Airline bedeutet es, dass sie immer wieder mal von Streiks betroffen sind.
Mehrere Töchter der Lufthansa am Start
Der Flieger mit dem blauen Kranich im Logo: So startete die Lufthansa vor 100 Jahren. Doch im Jubiläumsjahr ist die Kernmarke nur noch eine unter vielen auf dem Rollfeld. Inzwischen gibt es außer den Töchtern im Ausland und Beteiligungen an anderen Airlines auch Eurowings, Discover, die neue City Airlines und noch die Lufthansa Cityline. Deren Betrieb soll aber eingestellt werden. Die Lufthansa will effizienter werden. Im Vergleich zu anderen Airlines stehe sie nicht gut da.
Der Konzern hat da auch die Tarifkonditionen im Blick. Das wiederum führt zu Streit mit den Gewerkschaften und zu Streiks Die werfen der Lufthansa vor, auf Kosten der Belegschaft mehr Produktivität und Flexibilität durchsetzen zu wollen. Anders können wir auf dem hart umkämpften Markt nicht mithalten – kontert der Konzern. Wachstum könne nur dort stattfinden, wo Geld verdient werde. Für die City Airlines gibt es noch keinen Tarifvertrag. Die Verhandlungen laufen.
Ein Streik für die Altersversorgung der Lufthansa-Mitarbeiter
Im Streit mit Cockpit geht es um einen schon länger schwelenden Konflikt um die betriebliche Altersvorsorge im Konzern und der Frachttochter Cargo. Die war 2017 bereits einvernehmlich mit der Gewerkschaft umgestellt worden. Statt eines garantierten Betrags zahlt der Konzern nun eine garantierte Summe in die Versorgung ein.
Die Renditen aber sind schwach. Cockpit fordert Nachbesserung. Das muss aber finanzierbar sein – so der Konzern. Die Verhandlungen scheiterten. Cockpit rief zur Urabstimmung auf, streikte aber nicht gleich, sondern verhandelte weiter. Jetzt ist der Geduldsfaden gerissen.
Ein Streik für den Sozialplan bei Lufthansa Cityline
Weil das Ende der Cityline naht, will UFO mit der Lufthansa einen Sozialtarifvertrag aushandeln. Der soll die Konditionen für die betroffenen Beschäftigten absichern. Es gäbe noch keinen offiziellen Schließungsbeschluss – antwortet die Lufthansa auf das Ansinnen der Gewerkschaft. Der geht es zudem um bessere Konditionen im Manteltarif der Kernmarke.
Auch hier stocken die Verhandlungen. UFO setzt darum jetzt auf Druck durch den Warnstreik. Und bei der Tochter Discover will UFO auch einen Tarif-Fuß in die Kabine bringen. Dort hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi sowohl für Stewardessen und Stewards, als auch für Pilotinnen und Piloten einen Tarifvertrag unterschrieben.
Möglicher Streik bei den Bodendiensten
Zeitgleich verhandelt die Lufthansa mit Verdi. Die Gewerkschaft ist stark vertreten bei den Bodendiensten – also Check-In oder Gepäckbeförderung. Auch hier laufen die Verhandlungen um Gehalt und Konditionen. Da könnte der nächste Ausstand drohen.

