Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter über Bayern diesmal nur eher moderat ist: Gerade jetzt zum Frühlingsbeginn gibt es noch Effekte, wodurch die Sichtbarkeit der himmlischen Leuchterscheinungen etwas erhöht wird. Es existieren mehrere Erklärungsansätze, doch sie gehen alle – salopp gesagt – davon aus, dass vor allem jetzt zur Tag-und-Nacht-Gleiche die Magnetfelder der Sonne und der Erde in einer bestimmten Art und Weise miteinander gekoppelt sind.
Das hat mit der Stellung der Erdachse zu tun, und dadurch werden die Teilchen von der Sonne quasi verstärkt „eingefangen“. Kleine Plasmaausbrüche auf der Sonne haben dann eine größere Chance, sodass Polarlichter auf der Erde gesehen werden können, auch in südlicheren Breiten als sonst, und damit auch in Bayern.
Weitere Spektakel am Nachthimmel
Doch selbst wenn es in den kommenden beiden (weitgehend) klaren Nächten für Polarlichter nicht reichen sollte: Es lohnt sich immer, mit offenen Augen nach oben zu blicken. Wir entdecken immer wieder etwas Neues, das beginnt schon mit der teils sehr farbenfrohen Dämmerung beim Sonnenuntergang (und morgens beim Sonnenaufgang).
Außerdem schweben jetzt ab März die Wolken allgemein wieder in etwas höheren Luftschichten als im Winter. Daher scheint die Sonne gerne mal von „hinten unten“ in die Wolken und beleuchtet das Ganze auch dann, wenn sie schon untergegangen ist beziehungsweise wenn sie noch unter dem Horizont steht. Sogenannte hohe und mittelhohe Wolken werden dann längere Zeit gerne in Orange und Rot beleuchtet – und liefern immer wieder tolle Motive für Hobbyfotografen.
Wintersternbilder in voller Pracht
Ist die Dämmerung abends zu Ende, so sind die Wintersternbilder derzeit in voller Pracht zu sehen: Das berühmte Sternbild Orion im Südwesten und darunter der (scheinbar) hellste Stern am Himmel: Sirius im Großen Hund. Über dem Orion sind hoch am westlichen Himmel die Zwillinge zu sehen. Mittendrin in diesem Sternbild hat es sich momentan der helle Planet Jupiter gemütlich gemacht. Er ist am Abend derzeit kaum zu übersehen.
Neben dem Jupiter ist übrigens auch die Venus aktuell gut zu beobachten. Sie ist früher dran und beschließt die Abenddämmerung im Westen mit ihrem Untergang um 20 Uhr. Wo es im südlichen Bayern Freitagabend noch klar ist, gibt es um 19/19.30 Uhr eine faszinierende Konstellation zu erleben: Venus und darüber die hauchzarte Sichel des zunehmenden Mondes.
Also: Bayerns tagsüber oft weiß-blauer Himmel bietet auch nachts immer wieder Spektakuläres.

