Die Sonne erscheint uns am Himmel als beständige und konstante Begleiterin. In Wirklichkeit strahlt sie jedoch nicht ganz „stabil“, ihre Aktivität weist deutliche Schwankungen auf, was mit den Vorgängen im heißen Plasma der Sonne zusammenhängt. Geladene Teilchen, der sogenannte Sonnenwind, machen sich in alle Richtungen ins All auf und treffen eben auch auf die Erde. Man beobachtet dabei eine zyklische Veränderung der Sonnenaktivität, die grob etwa elf Jahre beträgt. Dann sind die Plasmaeruptionen und mit ihnen auch die Teilchenschauer des Sonnenwindes deutlich intensiver als in den Zeiträumen dazwischen. Aber auch die Intensitäten der solaren Maxima unterliegen ihrerseits Schwankungen. Nach sehr kräftigen Fällen in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts (mit einem fantastischen Polarlicht über ganz Deutschland am Abend des 13. März 1989) wurde es danach um die Sonne deutlich „ruhiger“.
Polarlichter seit zwei Jahren häufiger
Seit etwa 2008 jedoch kehrte sich dieser Trend allmählich wieder um, und die Sonnenaktivität wurde erneut intensiver. Das aktuelle solare Maximum (seit 2024) weist dabei wieder Intensitäten auf, die mit denen von Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts vergleichbar sind. Daher sind Polarlichter seit etwa zwei Jahren auch deutlich häufiger als in früheren Jahrzehnten. Denn die von der Sonne ausgestoßenen energiereichen Teilchen des Sonnenwindes wirken sich auch auf der Erde aus. Sie bringen die Luftmoleküle in großer Höhe zum Leuchten: Sauerstoff erscheint grün und rot, Stickstoff violett. Haben wir es dann noch mit einem sogenannten Geomagnetischen Sturm zu tun – also mit einer quasi explosionsartig ansteigenden Intensität des Sonnenwindes, ein Sonnensturm wie am 19. Januar – so reagiert die Atmosphäre sogar bis in Mittlere oder gar Niedere Breiten der Erde mit dem Auftreten von Polarlichtern.

