Bisher beschränkte sich die Angst vor Spinnen hierzulande bei den meisten Menschen auf ein massives Ekelgefühl. Denn gefährlich sind hiesige Spinnenarten für den Menschen in der Regel nicht. Allerdings breiten sich manche – auch giftige – Spinnenarten aus anderen Ländern immer weiter aus.
Auch der Ammen-Dornfinger, der ursprünglich aus Südeuropa kommt, ist schon seit den 1950er-Jahren in Deutschland ansässig. Wegen steigender Temperaturen breitet er sich hierzulande immer mehr aus – vor allem in Ost- und Südwestdeutschland, unter anderem in Brandenburg und im Saarland. In Bayern ist er bisher seltener nachgewiesen, kommt dort aber ebenfalls vor. Ein Grund zur Sorge ist das trotzdem nicht. Der Ammen-Dornfinger gehört zwar zu den giftigen Spinnenarten, ist aber für den Menschen nicht lebensgefährlich.
Wie sieht die Ammen-Dornfingerspinne aus?
Eine Begegnung mit dem Ammen-Dornfinger ist – noch – relativ selten, denn er ist nachtaktiv und scheu. Zudem versteckt sich die mit etwa 1,5 Zentimetern Körperlänge relativ große rötlich-braun-gelbe Spinne in hohem Gras, aber auch in wenig genutzten Agrarflächen und begrünten Weg- und Waldrändern.
Wie kommt der Ammen-Dornfinger zu seinem Namen?
Der Ammen‑Dornfinger verdankt seinen Namen dem fürsorglichen Verhalten des Weibchens: Es bleibt beim Nest, bewacht und verteidigt die Eier und später die Jungspinnen wie eine kleine Amme. Die Spinne selbst lebt nur ein Jahr. Männchen tauchen im Frühsommer auf, paaren sich und sterben kurz darauf. Die Weibchen legen im August 80 bis 300 Eier in ein großes Brutgespinst und bleiben während der Aufzucht fast ununterbrochen bei ihrem Nachwuchs. Sobald die Jungspinnen das Nest verlassen, stirbt das Weibchen meist an Erschöpfung, während die Jungen eigene kleine Gespinste bauen, um sicher zu überwintern und im nächsten Jahr die Art fortzusetzen, schreibt POLLICHIA – Verein für Naturforschung, Naturschutz und Umweltbildung e.V. (extener Link).

