Ohne sie würden viele nicht zum Arbeitsplatz, zur Schule, ins Theater oder zum Einkaufen kommen: die Beschäftigten im ÖPNV. Für rund 10.000 von ihnen gilt ein eigener Tarifvertrag, der TV-N. Viele Fahrerinnen und Fahrer von Bussen, U-Bahnen oder einer Tram gehen demnächst in Rente. Dabei sei der Kräftemangel jetzt schon groß – und die Arbeitsbedingungen schlecht. So sieht es die Gewerkschaft Verdi. Sie will den Job attraktiver machen und legt ein umfangreiches Forderungspaket auf den Verhandlungstisch.
Bis zu 16 Prozent höhere Einkommen gefordert
Die Gehälter sollen um 668,75 Euro angehoben werden. Das wäre in den untersten Gehaltsgruppen laut Verdi ein Plus von bis zu 16 Prozent. Auch die Arbeitszeit taucht im Forderungskatalog auf. Die soll von jetzt 38,5 auf 35 Stunden die Woche gesenkt werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll künftig 30 Prozent betragen. Und wer von einer Haltestation zum Einsatz an eine andere fahren muss, der soll das anders als jetzt vergütet bekommen.
Ein umfangreiches Paket also, das da jetzt auf dem Tisch liegt. Verdi kommt auf ein Volumen von rund 25 Prozent – mindestens. Doch wenn künftig nicht der Verkehr stillstehen soll, weil es zu wenig Kräfte gibt, müsse man handeln. Das richtet sich an die Arbeitgeber.
Arbeitgeberverband: Forderungspaket nicht finanzierbar
Der Kommunale Arbeitgeberverband hat nachgerechnet. Das Paket sei mit einem Volumen von über 25 Prozent zu teuer. Die Finanzierungslücke bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen sei konstant, die Haushaltslage der Kommunen schwierig. Und der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern warnt vor möglichen Folgen eines zu hohen Tarifabschlusses: Das Angebot im ÖPNV müsste ausgedünnt werden.
Beide Seiten liegen also noch weit auseinander. Ein Abschluss gleich heute ist da nicht zu erwarten. Etwas anderes schon eher: Warnstreiks in all den Städten, die mitverhandeln, wie München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg oder Schweinfurt. Verdi will sich da bundesweit abstimmen. Auch in anderen Ländern läuft die Tarifrunde im ÖPNV. Direkt nicht betroffen sind die S-Bahnen und Regionalbahnen. Dort gelten andere Tarifverträge.

