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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Deutscher Sensor erkennt Alkohol per Fingerabdruck
Netzwelt

Deutscher Sensor erkennt Alkohol per Fingerabdruck

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 19. Januar 2026 15:09
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Die Ludwigshafener Firma Trinamix, eine Tochter des Chemiekonzerns BASF, hat auf der Technikmesse CES in Las Vegas einen ungewöhnlichen Alkoholtest vorgestellt. Das Besondere: Statt in ein Röhrchen zu pusten, legt man einfach den Finger auf einen Sensor. Nach wenigen Sekunden zeigt das Gerät an, ob und wie viel Alkohol im Blut ist.

Inhaltsübersicht
Licht durchleuchtet den FingerEinbau ins Lenkrad denkbarKomfort statt Kontrolle?

Licht durchleuchtet den Finger

Die Technologie basiert auf Infrarotlicht. Der Sensor schickt unsichtbares Licht durch die Fingerkuppe und analysiert, wie es vom Gewebe reflektiert wird. Befindet sich Alkohol im Blut, verändert sich das Reflexionsmuster. Johannes Meder von Trinamix erklärt das Prinzip: „Wenn man eine Substanz, eine Chemikalie wie Alkohol im Blut mit Licht bescheint, dann wird ein Teil vom Molekül einbehalten sozusagen. Und ein anderer Teil wird zurückgestrahlt.“ Abhängig vom Molekül könne man dann unterscheiden: „Genau wie das menschliche Auge in der Lage ist, zu sagen, das ist grün und das ist schwarz, können wir dann sagen, das ist Alkohol oder kein Alkohol.“ Die Funktionsfähigkeit des Systems wurde laut Trinamix in einer klinischen Studie validiert.

Einbau ins Lenkrad denkbar

Trinamix hat den Sensor gemeinsam mit dem Unternehmen Aumovio entwickelt, das auf Fahrzeugsysteme spezialisiert ist. Das Ziel: Der kompakte Sensor soll weltweit an Autohersteller verkauft werden. Diese könnten ihn beispielsweise ins Lenkrad oder in Displays einbauen. Das Auto würde dann vor dem Losfahren prüfen, ob der Fahrer nüchtern ist.

Der Hintergrund: In verschiedenen Ländern wächst der regulatorische Druck auf Autohersteller, Systeme zur Fahrerüberwachung einzubauen. In den USA etwa schreibt ein neues Gesetz vor, dass Neuwagen ab 2026 mit Technologien ausgestattet sein müssen, die betrunkenes Fahren verhindern können.

Komfort statt Kontrolle?

Das System hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Alkoholtests: Der Fahrer muss nicht in ein Röhrchen pusten, sondern berührt lediglich kurz einen Sensor.

Ob sich die Technologie tatsächlich durchsetzt, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie genau ist der Sensor im Alltag? Wie reagieren Autofahrer auf die ständige Kontrolle? Und sind Autohersteller bereit, die Technik in ihre Fahrzeuge zu integrieren? Auf der CES konnten Interessierte den Sensor bereits selbst ausprobieren. Das Ergebnis bei einem nüchternen Test: grünes Licht, null Promille.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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