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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Gefahr durch KI: Wenn Holocaust-Bilder gefälscht werden
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Gefahr durch KI: Wenn Holocaust-Bilder gefälscht werden

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 19. Januar 2026 15:21
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Auf den ersten Blick wirken die Fotos harmlos: Menschen mit Koffern, mit Gepäck, auf der Straße, am Bahnhof, in Schwarz-Weiß. Wer länger und genauer hinschaut, erkennt aber schnell Details, an denen klar wird: Das ist ganz und gar nicht harmlos. Einige der Menschen tragen einen Judenstern am Mantel, daneben überwachen Männer in Uniform und mit Waffe in der Hand das Geschehen. Diese Fotos, entstanden zwischen 1938 und 1945, zeigen Deportationen in Konzentrationslager.

Inhaltsübersicht
Der Holocaust beginnt mitten in DeutschlandWeimer fordert Vorgehen gegen KI-Fakes

Der Bildatlas „#LastSeen“ macht diese Fotos öffentlich zugänglich, online und in einer Wanderausstellung. Die Fotos sind wichtig, um die deutsche Vergangenheit weiter aufzuarbeiten, sagt Projektleiterin Aline Bothe: „Wenn wir über den Holocaust nachdenken, dann fallen uns die Lager im deutsch besetzten Ostmitteleuropa ein. Das ist gefühlt weit weg, aber tatsächlich beginnt es mitten in Deutschland, mitten in den deutschen Städten. Und diese Fotos zeigen das, sie zeigen den Beginn dessen, was dann in den Ghettos und Lagern in Ost- und Ostmitteleuropa in die Vernichtung, in die Shoah führte.“

Der Holocaust beginnt mitten in Deutschland

In den vier Jahren seit Beginn des Projekts sind mehr als 600 Fotos zusammengekommen, aus Archiven und Online-Datenbanken, aber auch aus Privatbesitz. Wichtig ist den Forscherinnen und Forschern der Kontext der Bilder: Können Menschen, Orte oder Gegenstände auf den Fotos identifiziert werden? Derzeit sind rund 300 Biografien vor allem von verfolgten Menschen auf den Fotos bekannt.

Parallel tauchen im Netz derzeit immer mehr Bilder auf, die von künstlicher Intelligenz erstellt wurden und angeblich Szenen rund um den Holocaust zeigen. Solche Fälschungen sind gefährlich, meint Historikerin Alina Bothe: „Wir müssen fürchten, dass die Quellen des Holocaust verzerrt werden, dass wir selbst auch nicht mehr sehen können, ob es sich um ein Original oder eine Fälschung handelt. Und das wird dazu führen, dass Menschen aufhören, den Quellen zu vertrauen. Und wenn wir kein Vertrauen mehr in die Quellen haben können, dann fängt man an, zu zweifeln: War das denn wirklich so?“

Weimer fordert Vorgehen gegen KI-Fakes

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer forderte erst vor wenigen Tagen ein energisches Vorgehen der EU gegen die Verbreitung KI-generierter Holocaust-Bilder und -Filme. Das Leid der ⁠Opfer dürfe nicht verfälscht und verzerrt werden, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Verbreitung manipulierter Bilder führe dazu, dass „Geschichte umgeschrieben und letztlich relativiert“ werde. Auch KZ-Gedenkstätten und andere Einrichtungen warnten in einem offenen Brief [externer Link] davor, dass „sogenannte Content-Farmen die emotionale Wucht des Holocaust nutzen, um mit minimalem Aufwand maximale Reichweite zu erzielen“ und, „um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten“.

Die Fotos des Projekts „#LastSeen“ sind alle geprüft. Besonders viele stammen aus München und Nürnberg. „Es gab in Nürnberg einen Gestapo-Chef, dem es sehr wichtig war, dass die Deportationen fotografiert und zum Teil auch gefilmt worden sind“, erklärt Alina Bothe.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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