Sängerin Lady Gaga und JLo, Jennifer Lopez, haben sie getragen. Topmodel Heidi Klum und Amal Clooney auch. Und Catherine, Princess of Wales, trägt sie ebenfalls: die Couture-Kleider der Modemacher Johnny Talbot und Adrian Runhof aus München. Meistens nur für ein Fotoshooting oder einen Auftritt auf dem roten Teppich, denn dann gehen die Kleider zurück zu den Designern.
Vom Riesen-Kleiderschrank in Niederbayern nach Augsburg
Über 800 Outfits präsentierten Talbot Runhof zwischen 2007 und 2019 auf der Pariser Fashion Week. Seitdem schlummern sie in einem großen Archiv in Niederbayern. Ein Teil davon kommt jetzt ins Staatliche Textil- und Industriemuseum in Augsburg. Unter anderem ein Kleid, das Kim Kardashian getragen hat. Es ist ein dramatisches, bodenlanges, schwarzes Abendkleid mit viel Tüll und Rüschen. „Wenn wir das jetzt untersuchen, dann finden wir wahrscheinlich noch DNA‑Spuren von ihr. Sie hat es für ein Fotoshooting in Hongkong getragen“, erzählt Modemacher Adrian Runhof.
Catwalk-Kleider als Geschenk fürs Museum
Insgesamt 150 Couture-Kleider haben die Münchner Modedesigner dem Museum geschenkt. Einzelstücke mit viel Liebe zum Detail, die alle einmal Teil der Pariser Fashion Week waren. Mal sind es lange, eng anliegende Kleider, mal glamouröse, mit Pailletten besetzte Minis – von Cocktail- und Abendkleidern bis zum Tages-Outfit.
Damit geben die Designer einen bedeutenden Teil ihres Lebenswerks in museale Obhut. „Da sind ganz wertvolle Seiden dabei, aber auch technische Textilien, die eigentlich für den medizinischen Einsatz zu Hause sind, die aber dann mit Farbe bedruckt werden und plötzlich ein fantastisches, federleichtes, schwingendes Kleid werden“, sagt Museumsdirektor Karl Borromäus Murr im BR-Gespräch.
Laufsteg-Feeling schon bald für alle erlebbar
Ab April werden die Kleider in der Ausstellung „Celebrating Fashion“ zu sehen sein. Es wartet echtes Laufsteg-Feeling auf die Besucherinnen und Besucher – mit einem Blick hinter die Kulissen: „Die Modeschauen an sich bestehen nicht nur aus Outfits, sondern auch aus Musik, aus Bühnendesign, Einladungskarten, dem ganzen Drumherum – das wird in der Ausstellung ausgestellt und erlebbar sein“, erklärt Runhof.
Für das Textilmuseum in Augsburg ist die Modesammlung ein echter Glücksfall, um bayerische, deutsche und internationale Modegeschichte zu dokumentieren.

