Reiben im Landkreis Straubing-Bogen – hierher kommt niemand zufällig. Wenige Häuser säumen die Durchgangsstraße, eingerahmt von Wiesen und Feldern, dem Bayerischen Wald. Mittendrin steht der Reibener Hof, ein gewachsener Hotelbetrieb mit Spa-Bereich. Das Haus setzt auf Wellness und „Adults only“ – eine Zielgruppe, die Erholung sucht und eher kurz bleibt. Für Geschäftsführer Josef Schegerer war 2025 „umsatztechnisch“ sein bisher bestes Jahr.
Plus bei Ankünften und Übernachtungen in Bayern
Schlüssel zum Erfolg seien Investitionen in die Außenanlage des Wellnessbereichs gewesen. Damit habe er einen neuen Markt erschlossen, der gerade auf dem Land im Trend liege: Tagesgäste, die nicht über Nacht bleiben. Ein Gewinn für beide Seiten: „Die bleiben halt keine Übernachtung mehr hier, sondern einen ganzen Tag“, so Schegerer. „Tagesgäste geben auch viel Geld aus und freuen sich, dass sie hier sein können und wir sind auch froh, dass wir Gäste haben.“
Die Zahlen des Reibener Hofs bestätigen insgesamt das Bild eines sehr starken Jahres: 2025 zählte der Freistaat knapp 41 Millionen Gästeankünfte – ein Plus von 0,9 Prozent. Durchschnittlich blieb jeder Gast zweieinhalb Tage. So lag auch der Wert bei den Übernachtungen mit 103 Millionen leicht im Plus. Damit zählte Bayern deutschlandweit im vergangenen Jahr zu den beliebtesten Urlaubszielen.
Ostbayern legt zu, Rückgänge im Norden
Innerhalb Bayerns verteilte sich das Plus jedoch nicht gleichmäßig. Besonders erfreulich waren die Werte für Niederbayern (plus 2,4 Prozent) und die Oberpfalz (plus 2,7 Prozent). Beide Regierungsbezirke lagen beim Wachstum deutlich über dem Landesdurchschnitt. Insbesondere die Tourismusregion Bayerischer Wald legte auf 1,9 Millionen Ankünfte und 6,6 Millionen Übernachtungen zu. Weniger gut war die Entwicklung in den nördlichen Regierungsbezirken. In Oberfranken sanken Ankünfte und Übernachtungen, in Unterfranken blieb die Entwicklung fast unverändert.
Mehr Kurzaufenthalte, Wellness und Natur
Ein Trend zieht sich durch die Bilanz: Die Gästeankünfte stiegen 2025 stärker als die Übernachtungen. Das spricht dafür, dass Reisen häufiger werden, aber im Schnitt kürzer ausfallen – eher zwei, drei Nächte als eine ganze Woche. Für den Markt heißt das: mehr Wochenenden, mehr Kurzaufenthalte, mehr Wechsel. Dazu passen die Trendindikatoren zum Reiseverhalten: Kurzreisen bleiben ein wichtiger Treiber – und in Bayern werden dabei vor allem zwei Motive genannt, die auch außerhalb der großen Städte funktionieren: Wellness und Natur.
Hotelbetreiber beklagt Bürokratie
Für Hotel-Betreiber Josef Schegerer ist klar: Der Tourismus ist für manche Regionen als wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor zentral: Schließlich ließen Gäste ihr Geld nicht nur im Hotel, sondern auch im Ort – beim Einkaufen, Tanken oder in der Apotheke. Am Ende der Führung durch sein Hotel stehen wir in seinem Büro. Dort, sagt er, entscheidet sich für viele Häuser, wie lange ein gutes Jahr ein gutes Jahr bleibt: investieren, modernisieren, dranbleiben. Sein größter Ärger: „Die ganze Dokumentationspflicht“ – und der Aufwand, der damit täglich im Büro aufläuft. Als Beispiel nennt er den jüngsten TÜV-Termin: „Jetzt brauchen wir auch für unseren Fahrstuhl eine Bestätigung – der muss geschützt sein gegen Cyberangriffe.“ Schegerer schüttelt den Kopf und führt uns über die Treppe nach draußen.

