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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Russland verliert Starlink: Wie gravierend ist das wirklich?
Netzwelt

Russland verliert Starlink: Wie gravierend ist das wirklich?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 10. Februar 2026 15:49
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Wer an den Ukraine-Krieg denkt, denkt an Drohnen, Schützengräben und Artillerie. Doch ein entscheidender Teil des Krieges spielt sich im Orbit ab. Genauer gesagt: über die Satelliten von Elon Musks Unternehmen SpaceX. Dessen Dienst Starlink liefert Internet aus dem All, über tausende kleine Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn. In der Ukraine ist Starlink längst mehr als ein Internetanschluss: Es ist eine kritische Infrastruktur des Krieges.

Inhaltsübersicht
Starlink auf russischen DrohnenWas passiert auf russischer Seite?Was sagt Elon Musk?

Nun kommt es nun zu einer Eskalation, die zeigt, wie mächtig ein einzelnes Tech-Unternehmen im modernen Krieg geworden ist – und wie verletzlich beide Seiten dadurch sind.

Starlink auf russischen Drohnen

Der Auslöser: Ende Januar 2026 erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, man habe Starlink-Terminals auf abgestürzten russischen Langstreckendrohnen gefunden. Die Technik diente offenbar dazu, russische Drohnen in Echtzeit zu steuern – ein Vorteil, weil Starlink-Signale mit klassischer elektronischer Kriegführung nur schwer zu stören sind. In einem Fall soll eine solche Drohne einen Personenzug in der Region Charkiw getroffen haben; fünf Menschen starben.

Für die Ukraine war damit klar: Das Problem lässt sich nicht mit Störsendern lösen. Stattdessen wandte sich Kiew direkt an SpaceX – mit der Bitte, russische Terminals abzuschalten.

Gemeinsam mit SpaceX führte die Ukraine ein sogenanntes Whitelist-Verfahren ein: Nur noch registrierte und verifizierte Terminals dürfen in der Ukraine funktionieren. Alles andere wird abgeschaltet – egal, ob es sich um ein erbeutetes, auf dem Schwarzmarkt beschafftes oder über Drittstaaten eingeschmuggeltes Gerät handelt.

Am 5. Februar bestätigte das ukrainische Verteidigungsministerium: Die Whitelist sei aktiv. Russische Terminals seien blockiert. Die Liste werde einmal täglich aktualisiert. Die Wirkung scheint spürbar zu sein. Russische Militärblogger berichteten ab dem 4. Februar über massive Ausfälle.

Was passiert auf russischer Seite?

Woher die Terminals stammen? Russland kauft nicht direkt bei SpaceX – das Unternehmen betont, keine Geschäfte mit dem russischen Militär zu machen. Stattdessen gelangen die Geräte über Drittstaaten, den Schwarzmarkt oder als Kriegsbeute in russische Hände.

Die aktuelle Debatte hat aber noch eine zweite Dimension – eine, die auch in Kiew für Gesprächsstoff sorgt. Denn auch die Ukraine selbst ist in hohem Maße von Starlink abhängig. Zehntausende Terminals sind im Einsatz, für militärische Kommunikation ebenso wie für zivile Zwecke. Was passiert, wenn Starlink für die Ukraine ausfällt – ob durch eine politische Entscheidung, einen technischen Fehler oder einen Kurswechsel von Elon Musk? Europäische Alternativen gibt es zwar – doch sie hinken technisch stark hinter den Fähigkeiten von Starlink hinterher.

Was sagt Elon Musk?

Musk selbst bewegt sich in der Debatte zwischen Macher und Provokateur. Am 1. Februar schrieb er auf X, die Maßnahmen gegen die unautorisierte Nutzung durch Russland schienen zu funktionieren. Am 5. Februar rief er Nutzer in der Ukraine öffentlich zur Registrierung ihrer Terminals auf.

Gleichzeitig ist Musks Rolle umstritten. Im Laufe des Krieges gab es wiederholt Berichte, nach denen SpaceX in bestimmten Situationen die Starlink-Abdeckung für die Ukraine eingeschränkt haben soll – etwa während Offensivoperationen nahe der Krim. Musk begründete seine Zurückhaltung mit dem Risiko einer Eskalation. SpaceX wies Darstellungen als „ungenau“ zurück.

Für die Ukraine ist die aktuelle Entwicklung ein Erfolg. Aber einer mit Beigeschmack. Denn die Abhängigkeit von einem einzigen Dienst und einem einzigen Unternehmer bleibt bestehen. Und die nächste Entscheidung über Krieg und Frieden im Orbit könnte jederzeit fallen.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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