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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Kaffee-Preise: Gerichtliche Niederlage von Tchibo gegen Aldi Süd
Wirtschaft

Kaffee-Preise: Gerichtliche Niederlage von Tchibo gegen Aldi Süd

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 10. Februar 2026 16:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Der Kaffeeröster Tchibo ist der Meinung, dass Aldi Süd seinen Kaffee zu günstig verkauft hat, und hat dagegen geklagt. Nun hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die Berufung gegen die Entscheidung in der ersten Instanz zurückgewiesen (Az. VI-6 U 1/25). Eine weitere Niederlage für Tchibo. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, denn Tchibo kann Revision einlegen und die Entscheidung vom Bundesgerichtshof prüfen lassen. Eine schriftliche Urteilsbegründung liegt bislang nicht vor. 

Inhaltsübersicht
Gericht: Kein Verstoß gegen geltendes RechtBranchenexperte: Handelsketten setzen Hersteller unter DruckPreisexplosion bei Kaffee: Teuer für Hersteller und Verbraucher

Gericht: Kein Verstoß gegen geltendes Recht

Es geht um Konkurrenz und den Vorwurf des Preisdumpings: Seit Ende 2023 habe Aldi Süd den Kaffee seiner Eigenmarke „Barissimo“ unter den eigenen Herstellungskosten – und damit zu billig – angeboten, so Tchibo, und wirft dem Discounter vor, gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Tchibo will erreichen, dass ein Gericht Aldi Süd dieses Vorgehen untersagt, weil die aggressive Preispolitik dem Wettbewerb schade und damit den Verbrauchern. Die Richter teilten diese Einschätzung jedoch nicht.

Bereits in erster Instanz war Tchibo im Januar 2025 vor dem Landgericht Düsseldorf gescheitert und anschließend in Berufung gegangen. Laut Tchibo hat Aldi Süd bestimmte Kaffeesorten zeitweise über zwei Euro pro Kilo unter dem Herstellungspreis verkauft. 

Branchenexperte: Handelsketten setzen Hersteller unter Druck

Laut dem Handelsrechts-Professor Jens-Uwe Franck von der Uni Mannheim zeigt der Fall, wie Lebensmittelketten Markenhersteller unter Druck setzen, „indem sie Eigenmarken am Markt positionieren und sogar selbst in die Produktion einsteigen“. Das Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis bei Lebensmitteln gelte aber nicht für Verkäufe unter Herstellungskosten. Dies habe das Gericht „juristisch sauber begründet“.

Sogenannte Eckpreisartikel wie Kaffee oder Butter haben im Lebensmittelhandel eine Zugkraft, weil hier besonders auf die Preise geachtet wird. Die Ketten bieten sie oft vergünstigt an, um Kunden in die Läden zu locken. „Generell gilt, dass das Kartellrecht auch marktstarken Einzelhändlern eine Mischkalkulation gestattet, bei der sie darauf setzen, einzelne Produkte zu Werbezwecken mit Verlust zu verkaufen“, so Kartellrechtler Franck.

Preisexplosion bei Kaffee: Teuer für Hersteller und Verbraucher

Kaffeehändler und -röster kommen derzeit zusätzlich unter Druck, weil die Rohkaffeepreise in letzter Zeit stark gestiegen sind – vor allem wegen schlechter Ernten. Laut Marktbericht der Internationalen Kaffee-Organisation ICO lag der durchschnittliche Preis für ein US-Pfund Rohkaffee (etwa 454 Gramm) im Dezember vergangenen Jahres bei ungefähr drei US-Dollar. Vor zwei Jahren, im Februar 2024, waren es noch 1,82 US-Dollar. Auch Tchibo hat deshalb seine Preise erhöht – im Februar 2025 und in der kommenden Woche erneut. 

Die insgesamt gestiegenen Preise schlagen sich auch in den Verkaufspreisen nieder: Bohnenkaffee war im Dezember laut Statistischem Bundesamt im Schnitt knapp 55 Prozent teurer als 2020. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat lag der Preis mehr als 21 Prozent höher.

Mit Informationen von dpa

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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