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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Trotz besserer Geschäftszahlen: Stellenabbau bei Osram
Wirtschaft

Trotz besserer Geschäftszahlen: Stellenabbau bei Osram

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 10. Februar 2026 12:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der deutsch-österreichische Lichtkonzern ams Osram will weltweit Jobs abbauen. Mehrere hundert fallen an Standorten in Deutschland weg, wie das Unternehmen mitteilte. Insgesamt geht es um 2.000 Stellen, je etwa 1.000 in Asien und in Europa, dort vor allem in Deutschland – ein Teil der Maßnahmen ist allerdings bereits bekannt. Parallel dazu legte ams Osram am Morgen Zahlen vor, die einen klaren Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust sinkt.

Inhaltsübersicht
Gesundschrumpfen, bis die Zahlen bei Osram wieder schwarz sindKamper: „Platz für Innovationen“ bei Osram in RegensburgIG Metall: „Erschüttert“ von Sparprogramm bei OsramLampengeschäft von Osram schrumpftAufwärtstrend bei den Geschäftszahlen

Gesundschrumpfen, bis die Zahlen bei Osram wieder schwarz sind

Ein schwacher Dollar, eine schleppende Konjunktur, eine hohe Verschuldung und Preisdruck durch Wettbewerber vor allem aus Asien machen ams Osram das Leben schwer. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen noch einmal rote Zahlen geschrieben. Allerdings fiel das Minus deutlich geringer aus als noch im Jahr zuvor.

In den kommenden Jahren will Konzernchef Aldo Kamper das Unternehmen nun gesund schrumpfen. Bereits bekannt ist der Verkauf von Teilsparten an Infineon, was die Schuldenlast drückt. Dazu kommt ein neues Sparprogramm. So wird zum Beispiel im größten deutschen Werk in Regensburg ein Teil der heute rund 2.500 Stellen abgebaut. Laut Kamper geht es dort um 100 bis 500 Arbeitsplätze in der Produktion von Technologien, die schon einige Jahre auf dem Markt sind.

Kamper: „Platz für Innovationen“ bei Osram in Regensburg

„Die können wir einfach nicht mehr dauerhaft in Deutschland herstellen“, so Kamper zu BR24. Sowohl Personal- als auch Energiekosten seien zu hoch dafür. „Gleichzeitig macht das in Regensburg Platz für Innovation“, so Kamper weiter. „Und diese neuen Technologien brauchen auch Platz, die brauchen eine hochautomatisierte Fertigung. Und die werden wir in Regensburg ansiedeln. Das ist das Geschäft, das man langfristig in Europa verteidigen kann.“ Dabei geht es zum Beispiel um Mini-Projektoren, etwa für Datenbrillen, aber auch Technologien rund um das Auto.

IG Metall: „Erschüttert“ von Sparprogramm bei Osram

Bei der Gewerkschaft IG Metall Bayern zeigt man sich „erschüttert“ über die Entscheidung, Personal abzubauen. Es fehle das zukunftsfähige Konzept, sagt die Bevollmächtigte für die Region, Olga Redda auf BR24-Anfrage: Die Verzahnung zwischen Entwicklung und Fertigung sei an dem Standort der Schlüssel für „zukunftsfähige und innovative Produkte“ gewesen. Die Gewerkschaft appelliert nun an das Management, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, sondern den Stellenabbau sozial verträglich zu gestalten.

Lampengeschäft von Osram schrumpft

Weitere Jobs werden im Lampengeschäft gestrichen. Hier geht es vor allem um die Standorte Herbrechtingen in Baden-Württemberg und Schwabmünchen bei Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit bekannt, ams Osram rechnet sie in den aktuellen Zahlen allerdings mit. Die IG Metall hatte zuletzt den Abbau dort mit 270 Jobs beziffert. Das Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, weil die Produkte sukzessiv von LEDs verdrängt werden. Kamper betonte aber, dass es noch viele Jahre weitergehen werde.

Gut 1.000 Jobs sollen außerdem an den asiatischen Standorten wegfallen. Derzeit hat ams Osram weltweit gut 19.000 Beschäftigte, 7.500 davon in Europa und 10.700 in Asien. Den Jobabbau nannte Kamper einen wichtigen, aber schmerzhaften Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. 

Aufwärtstrend bei den Geschäftszahlen

Finanziell verbessert sich die Situation von ams Osram bereits jetzt, wie die vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust gemacht. Das ist ein Sechstel des Wertes aus dem Vorjahr. Vor allem im operativen Bereich lief es sehr viel besser. Der Konzern litt dabei allerdings noch immer unter hohen Schulden. Für einen Teil davon hat er vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines Geschäftsteils an Infineon eine Lösung gefunden.

Mit Informationen der dpa

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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